Tränen lügen nicht: Elsa Fornero verkündet Sparmaßnahmen für Italien

Artikel veröffentlicht am 5. Dezember 2011
Artikel veröffentlicht am 5. Dezember 2011

Elsa Fornero, die italienische Arbeitsministerin, weinte gestern Abend, als sie die harten Sparmaßnahmen der neuen Monti-Regierung verkünden musste: Die Italiener werden nach Jahrzehnten katastrophaler Haushaltsführung Opfer bringen müssen: In den nächsten zehn Jahren soll das Rentenalter in Italien stetig von 58 auf 66 Jahre angehoben werden. In ihrem Blog bezeichnete die Redakteurin und Feministin Marina Terragni die Ministerin daraufhin "als die schönste Ministerin der Welt". Nur wenige Stunden vorher stand Fornero bewegt vor einer Delegation junger Studenten, die nur aus Männern bestand. Da keine Frauen anwesend waren, verließ die Beauftragte für Chancengleichheit den Raum: „Wenn Frauen keine Beiträge leisten können, dann gibt es keinen Fortschritt!“ Die Medienreaktionen waren unglaublich: Mit ihren Schluchzern ist es Fornero geglückt, die Aufmerksamkeit der Medien komplett von den harten Sparmaßnahmen abzuwenden. Seien wir ehrlich: als berlusconische Kommunikationsstrategie wären die Krikodilstränen ein brillanter Schachzug gewesen. Die Tränen von Elsa Fornero sahen allerdings aus, als könnten sie nicht lügen.