Turin

Mehr als nur Wein: ein typischer Herbst in Asti

Artikel veröffentlicht am 2. Oktober 2015
Artikel veröffentlicht am 2. Oktober 2015

Gute Küche, guter Wein und Tradition, im September geht’s auf nach Asti!

Asti ist eine Stadt in der piemontesischen Provinz, die im Laufe der Jahre zu einer der Schlafstädte Turins geworden ist. Dementsprechend schwierig ist es, Touristen anzuziehen, was die örtliche Gastronomie- und Hotelbranche schmerzlich spürt. Aber einmal im Jahr lässt Asti mit seiner Sagra seine großartige mittelalterliche Geschichte wieder aufleben und erinnert an die Zeit der Münzprägung, als sich die Stadt selbst Barbarossa widersetzte.

Dieser eine Monat im Jahr: September

Der Herbst ist die Zeit der Weine in der Gegend um Asti. Beim Festival Douja d’Or z.B. kann man ein Glas Barolo für einen symbolischen Preis von 3,50 Euro probieren. Außerdem kreieren die 15 besten Restaurants der Stadt ein Gericht passend zu einem Nachtisch der 15 besten Konditoreien der Gegend. Und das für 16 Euro, begleitet von einem exzellenten Wein.

Auf den Plätzen Astis überbieten sich 45 lokale Fördervereine gegenseitig mit typisch regionalen Gerichten zu moderaten Preisen (2- 7 Euro) und einem Glas Barbera d’Asti: frittierte Spezialitäten, Baciuà (Gekochter Schweinefuß in aromatischen Essig, paniert und gebraten), Tagliatelle mit Trüffel, die typischen Finocchini-Kekse und der bekannte Weißwein Moscato d’Asti… Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten bilden der Paliotto (Wettkampf  der Fahnenschwinger) und das mittelalterliche Pferderennen Palio, das älteste Italiens.

Und die restlichen 11 Monate?

Während dieser 3 Wochen im September haben die Hotels in Asti ähnlich Preise wie in London und es ist nahezu unmöglich noch ein Zimmer zu finden. Was der Stadt fehlt, sind Gründe, sie während der anderen Monate des Jahres zu besuchen. Viele der wichtigsten Unternehmen haben Personal eingespart, der Umsatz geht zurück und Asti fällt es nicht leicht, sich neu zu erfinden. In den vergangen Jahren hat man versucht, kleinere Ausgaben der großen Sagra im Laufe des Jahres zu organisieren, aber das einzige Ergebnis waren verstimmte Gastronomen, die mit den moderaten Preisen der örtlichen Fördervereine nicht mithalten können. Die Vermarktung dieser Feste tut den Kassen der Stadt sicherlich gut, aber es bleibt ein nicht unerhebliches wirtschaftliches Problem, Asti auch nach diesen Veranstaltungen für Touristen attraktiv zu machen.

Zur  Sagra in Asti kommen die Menschen von überall her, die Bewohner Astis laden Freunde von außerhalb ein und die Stadt verdoppelt ihre Einwohnerzahl. Es ist immer ein großer Tag für die Marke Made in Italy: viele Besucher aus dem Ausland kommen, um die regionalen Weine und Produkte zu probieren. Es wäre allerdings wichtig, dieses Interesse auch während des restlichen Jahres aufrecht erhalten zu können. Leider fehlt es auch an einer systematischen Datenerhebung über die Feste im Herbst, mit der man die Besucher bezüglich regionaler Produkte auch nach der Sagra kontaktieren könnte. Mit all den Möglichkeiten des modernen Marketings, die heute zur Verfügung stehen, sollte Asti diese Chance nicht verpassen.