die Empörten
Spaniens Studentenschelte: La Razón-Redaktionsleiter ohne Räson
Gut und Böse; links und rechts. Freunde und Feinde. Auf diese Antinomien kann man die Weltanschauung von Francisco Marhuenda, Direktor der spanischen, katholisch-konservativen Tageszeitung La Razón, reduzieren. Die Zeitung mit der drittstärksten Auflage im Umkreis von Madrid? Normal! Erklärung nach dem gestrigen Titel, der 5 Lebensläufe von angeblich „aufsässigen Studenten“ zeigte und für ordentlich Aufruhr unter Studenten und im Netz sorgte.
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Digitale Demokratie: Was wir daraus machen!
Man kann die digitale Revolution weder verteufeln noch als einzigen Weg in die Zukunft lobpreisen. Vom interaktiven Journalismus bis hin zu den sozialen Netzwerken, die durch die „Bewegung der Empörten“ immer mehr Zuwachs finden – trotz aller Kritik ist die digitale Demokratie nun dabei aufzublühen.
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Europa dreht 2011 am Rad: Mal so, maso!
Es ist als ob Europa aufgrund seiner eigenen Erniedrigung und seines Schmerzes jubiliert: Denn man muss schon ganz schön masochistisch veranlagt sein, um ständig am eigenen Schicksalsrad zu drehen. Eigentlich ist es ja recht logisch. Denn viele Menschen haben genau diese negative Denke. Aber cafebabel.com hat es dieses Jahr bevorzugt, die Bilanz 2011 aus einem positiven Winkel zu ziehen. Denn 2011 war ein Jahr, in dem die Bürger von Nord bis Süd, von Ost bis West, der politischen Klasse echte Lektionen erteilt haben; in dem sich Menschen bewusst darüber geworden sind, dass Europa mehr Leidenschaft benötigt und in dem man festgestellt hat, dass Konfliktlösungen tatsächlich existieren. Wenn 2011 bei uns irgendeinen Nachgeschmack hinterlässt, dann ist es Hoffnung: Die Hoffnung, dass Europa 2011 die Spielregeln ändert! (Illustration ©Kristof)
Stresstest für das euopäische Wort des Jahres 2011
Sprachwissenschaftler aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien gaben in der letzten Woche ihre oft kuriosen “Wörter des Jahres“ bekannt. Cafebabel.com hat es sich erlaubt, diese Worte zu benoten und das europäische Wort des Jahres zu küren.
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Hoffnungsvolles Spanien oder entmutigtes Spanien?
Am kommenden Sonntag, 20. November, sehen sich die Spanier mit den vermutlich heikelsten Parlamentswahlen in der Geschichte der spanischen Demokratie konfrontiert. Mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in ganz Europa (21, 5%), bei der einer von zwei jungen Menschen arbeitslos ist, und einer gröβeren Anzahl an Migranten als Immigranten, befindet sich das Land in einer Sackgasse. Empört oder nicht empört: Die spanische Bevölkerung scheint ihr Vertrauen in das politische System verloren zu haben — ein System, das über Jahre die Imobilienblase förderte, die für die Krise hauptverantwortlich ist. Es gibt Menschen, die es vorziehen mit arithmetischen Mitteln gegen das Zweiparteiensystem zu kämpfen. Und es gibt solche, die uns trotz allem daran erinnern, dass Spanien erfolgreich ist — Vielleicht nicht auf dem Gebiet der Wirtschaft, aber im Bereich der Kultur und des Sports. “Für Spanien, einem schwer verletzten Spanien”: Cafebabel widmet dem Land, wie einst Antonio Machado (spanischer Lyriker), ein Spezial-Dossier.
Lucía Martín und die spanische Jugend: „Das studieren, was der Arbeitsmarkt verlangt“
Stigmatisieren oder bedauern? So lauten die beiden Haltungen der öffentlichen Meinung in Bezug auf die Jugendlichen von heute. Bis die Spanierin Lucía Martín kam, die dafür warb, einfach mal zu analysieren. Die spanische Journalistin und Autorin des Buches ¿Generación perdida? Desmontando ideas sobre los jóvenes [Verlorene Generation? Vorstellungen über die Jugend auseinandernehmen] haut mit der Faust auf den Tisch und erhebt ihre Stimme, um laut und deutlich über die Generation der europäischen Jugendlichen zwischen 25 und 35 Jahren zu sprechen. Befristete Verträge, endlose Praktika, unterste Gehälter… was heißt „prekär“ in einer ausgeknockten Gesellschaft?
'Debtocracy'-Regisseur Aris Chatzistefanou: "Griechenland muss aus der Eurozone austreten"
Während die Proteste in Athen andauern und Griechenland das Wasser finanziell weiterhin bis zum Halse steht, präsentiert der Grieche Aris Chatzistefanou seine Doku Debtocracy (2011). Bereits im ersten Monat nach Erscheinen hatten eine Million Menschen seinen Dokumentarfilm gesehen. Viele Griechen haben darin erfahren, dass die Verschuldung "illegal" sei und sie dafür nicht zu bezahlen brauchen. Nachdem er den konservativen Sender Skai verlassen hat, ist der griechische TV-Moderator Mentor der Jugendbewegung auf dem Athener Syntagmaplatz geworden. Der Filmemacher träumt von einer "magischen Nacht", in welcher der Premierminister im Helikopter flieht, während der hellenische Staat die Insolvenz verkündet.
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Flotte für Gaza: Ich bin ungehorsam also bin ich
Bauern nehmen McDonalds auseinander, Angestellte nehmen ihren Chef als Geisel, Lehrer hören ihren Ministern nicht zu, Kinder streiken und eigentliche Wohlstandsbürger kiffen. Ungehorsam ist trend. Auch auf dem Meer.
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Italien und Slowenien heizen Referenden-Debatte an
In der Vergangenheit haben Informationsmangel und mäßige Beteiligung ein potentiell mächtiges Instrument öffentlicher Reform zu einer anstrengenden und nutzlosen Übung gemacht. Doch nun rückten die unerwarteten Ergebnisse des Referendums in Italien vom 12. und 13. Juni eine der ältesten Formen direkter Demokratie wieder in den Vordergrund.
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Empört: Unaufhaltsamer Ungehorsam in Europa
War es der Vorspann eines kontinentalen Aufbegehrens oder nur ein Schwertschlag ins Wasser? Seit der Bewegung vom « 15. Mai » ist ein Wind der Veränderung von Spanien aus über ganz Europa hinweggefegt. Im gleichen Maße wie der Schuldenberg des Landes hat sich auch die Inspiration der spanischen „Indignados“ wie ein Lauffeuer auf mehrere Länder verbreitet. Mit der öffentlichen Meinung im Rücken konnte die Bewegung die Politik zumindest ein bisschen ins Wanken bringen und zeigen, dass Politik auch fernab von Institutionen gemacht werden kann – wenn bisher auch mit nur wenig konkreten Vorschlägen. Gestern haben die Empörten die Puerta del Sol in Madrid geräumt. Einen Monat nach dem Beginn der Initiative #spanishrevolution veröffentlicht cafebabel.com ein Dossier, um Bilanz zu ziehen. Vox Pops, Standpunkte und Experten-Analysen zum unaufhaltsamen Ungehorsam in Europa.
- Unser Dossier lesen
- José María Gil-Robles zur Spanish Revolution: „Europa war schon immer konservativ“
- Die Empörten: Linkspopulismus oder Armen-Politik?
- Proteste und Wahlpleite: „Spanier wacht auf, es ist Frühling!“
- Demokratie-Bewegung: Brüsseler 'Empörte' setzen auf populär
- 'Echte Demokatie jetzt': Von der #spanishrevolution zur #europeanrevolution
Europa – in Protest vereint?
2011 - es ist das Jahr des Protestes, nicht nur in der arabischen Welt, sondern auch in Europa. Wohin das Auge blickt: scheinbar überall stößt es auf wütende Rentner, aufgebrachte Studenten, streikende Beamte und – nackte Belgier, doch dazu später.
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