Tunesien
Wetterprognose: Arabischer Frühling vs. Islamischer Winter
"Wir sind freie Menschen, die keine Angst haben; wir sind Geheimnisse, die niemals aussterben (…) Wir sind frei und unsere Gedanken sind frei. Aber sie vergessen diejenigen nicht, die Schluchzen hervorrufen und unsere Ideen verraten." Vor einem Jahr sind diese, von Emel Mathlouthi geschriebenen und gesungenen Worte zur Hymne einer Revolution geworden. Eine Revolution, die die Tyrannen Nordafrikas zu Fall brachte. Heute sind diese Menschen in der Tat frei. Aber der Kampf geht weiter. Nach einem Jahr ist es noch zu früh, um über den „Arabischen Frühling“ Bilanz zu ziehen. Aber es ist an der Zeit, neue Fragen zu stellen: Wer sind die moderaten Islamisten? Ist die Revolution immer noch am kochen? Die Antworten fallen je nach Perspektive unterschiedlich aus. Cafebabel.com konfrontiert die Standpunkte einer deutschen Studentin in Kairo, eines tunesischen und algerischen Karikaturisten, einer tunesischen Sängerin und einer spanischen Journalistin. (Karikatur ©Kristof)
- Unser Dossier lesen
- Emel Mathlouthi: Stimme der Jasmin-Revolution
- Studieren in Kairo: Clash of Civilisations
- Auf der Suche nach einem marokkanischen Frühling
- Algerischer Karikaturist Slim: „Nicht nur Menschenrechte, sondern vor allem die rechte Hand verteidigen“
- Vom 'Arabischen Frühling' in den 'Islamischen Winter'?
Ahmed el-Senussi: Libyscher Prinz und Menschenrechtsaktivist
Zur Zeit ist er Mitglied in Libyens Übergangsrat, der Prinz, der seine Gefangenschaft in Einzelhaft verbrachte und während dieser neun Jahre zu keiner einzigen Person sprach. Wir treffen uns in Straßburg, wo der ehemalige politische Gefangene als einer von fünf Arabern den Sacharow-Preis 2011 für Meinungsfreiheit erhielt.
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Frieden: "2011 ruft uns in Erinnerung, dass Lösungen für Konflikte existieren"
Cathy Van Dorslaers Spezialität ist Konfliktprävention. Das Jahr 2011 hat die belgische Psychologin besonders bewegt. Von den demokratischen Forderungen über die Verwendung neuer Kommunikationskanäle erklärt sie cafebabel.com, warum 2011 unter dem Zeichen des Friedens stand.
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Tunesien: „Die Demokratie hat sich zu Wort gemeldet.“
Noch gibt es kein offizielles Ergebnis der tunesischen Wahlen. Doch von Stunde zu Stunde wird die Tendenz deutlicher: Bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung vom letzten Sonntag geht der Sieg an die Ennahda, die Partei der gemäßigten Islamisten. Einer der Pioniere des digitalen Erwachens während der Jasminrevolution, Khelil Ben Osman, Mitglied des tunesischen Verbandes für Freiheiten im Internet, vertraut cafebabel.com seine Ansichten über diesen ersten großen Moment der Demokratie in Tunesien an.
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Ruhe in Frieden: Europäische Solidarität in Zeiten des Arabischen Frühlings
Die mehreren tausend tunesischen Migranten, die in den letzten Wochen europäischen Boden betreten haben, wurden Anlass scharfer Kampfansagen, vor allem seitens Frankreichs und Italiens. Die zwei Länder trafen sich Ende April, um eine Reform des Schengen-Abkommens – Garant des freien Personenverkehrs innerhalb des Schengen-Raums – anzustoßen. In vier Schritten hinterfragt cafebabel.com die ablehnende Haltung Europas gegenüber Individuen, deren revolutionäre Verdienste man gestern noch rühmte.
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Blinde Passagiere im Europaparlament
Blinde Passagiere sind nicht nur auf Booten oder als Schwarzfahrer in Zügen und Bussen zu finden - sondern auch im Europaparlament! Ausdruck der Woche.
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Placebo Mittelmeerunion: Wegducker EU lässt Italien im Stich
Die EU hat Vorwürfe Italiens zurückgewiesen, sie helfe dem Land nicht beim Umgang mit den mehr als 5.000 tunesischen Flüchtlingen auf der Insel Lampedusa. Die Union unterstützt die südlichen Aufnahmeländer generell zu wenig, bemängeln Kommentatoren und fordern eine gemeinsame Migrationspolitik für Europa.
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Tiken Jah Fakoly: "Die Stimme des Volkes muss respektiert werden!"
Anlässlich seines Paris-Besuches kündigte der sozialpolitisch engagierte ivorische Sänger Tiken Jah Fakoly eine afrikanische Solidaritätswoche an, die zeitgleich mit seinem Auftritt im Pariser Stadtteil Bercy im Juni stattfinden wird. Vor allem sprach er jedoch über die Reaktion des afrikanischen Kontinents auf die tunesische Revolution.
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Tunesiens Ben Ali: Kein Domino-Effekt für Mubarak und Gaddafi
Die Lage in Tunis bleibt angespannt: Militär kontrolliert die Straßen und kämpft gegen Leibgardisten des geflohenen Diktators Ben Ali. Europas Presse freut sich einhellig über die Jasmin-Revolution, hält sie aber nicht für übertragbar auf andere arabische Länder.
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