Politik
Zapatero geht mit Würde: 'Bambi' scheitert an Wirtschaftskrise
Der spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero tritt zur Parlamentswahl im kommenden Jahr nicht mehr an. Das gab der Parteichef der Sozialisten am Samstag bekannt. Er geht mit Würde, meint die Presse, doch seine Politik ist an der Wirtschaftskrise gescheitert.
politik, josé luis rodríguez zapatero, euweek, wirtschaftskrise, arbeitslosigkeit, piigs, spanien
3 Jahre Kosovo: Land in Sicht?
Kosovo ist wie ein guter starker Kaffee: ein Schluck reicht aus, um alle 5 Sinne anzusprechen. In einem Bruchteil der Geschichte haben die Bewohner des Balkan-Landes Kommunismus gegen Apartheid, Krieg, kontrollierte Unabhängigkeit und einen Status getauscht, den weiterhin die ganze Welt diskutiert. Die politischen Eliten im Kosovo werden der Korruption und krimineller Machenschaften beschuldigt, während der jüngsten Bevölkerung in Europa mit der höchsten Arbeitslosenquote manchmal die Perspektive fehlt. Das ewige historisch gewachsene Misstrauen zwischen ethnischen Kosovo-Albanern und Serben im Kosovo wird vom Westen beobachtet. Ein explosiver Cocktail? Ein Balkan-Europa Journalistenteam hat sich auf den Weg nach Priština gemacht und vor Ort von jungen Künstlern, Studenten, über Filmemacher und Unternehmer bis hin zum Politiker alles ausgequetscht, was ihm in den modernen Bars der Stadt, der Entourage eines Premierministers oder den angespannten serbischen Gebieten in die Quere kam. Orient Express Reporter machte zum 3-jährigen Geburtstag des Landes Halt im Kosovo.
Engländer, Briten oder Europäer? Meine Großeltern über die EU
Der Eurobarometerumfrage vom Herbst 2009 zufolge halten nur 30% der Bürger im Vereinigten Königreich die EU-Mitgliedschaft für "eine gute Sache". Selbst wenn dieses magere Stück von einem der vielen bunten Kuchendiagramme des Eurobarometers im Vergleich zur vorausgegangenen Umfrage um zwei Prozentpunkte größer geworden ist, muss festgestellt werden, dass der kleine Mann im stolzen Königreich mit dem undurchschaubaren, supranationalen und die nationale Souveränität untergrabenden Gebilde, das dort irgendwo jenseits des Ärmelkanals sein Unwesen treibt, nicht viel anzufangen weiß.
politik, identität, eurogeneration, belgien, jugend, europäische union, großbritannien und nordirland
Französische Vorstädte: Einführung für Europäer
Was versteht man unter "Banlieue"? In Deutschland wird dieser Begriff seit 2005 fälschlicherweise fast ausschließlich mit den Unruhen in den Pariser Vorstädten assoziiert. In Frankreich trifft man auf sehr gegensätzliche Ansichten über die Banlieues, je nachdem ob man den Massenmedien Glauben schenkt oder sich direkt mit den Bewohnern unterhält. Letztere haben nun ihrerseits Medien ins Leben gerufen, um sich gegen die "Klischeefabriken" der Massenmedien zur Wehr zu setzen. So oder so dient die Banlieue als medialer Schaukasten für den nicht enden wollenden Streit über die kollektive Identität Frankreichs. Ein Thema, das ganz Europa angeht.
politik, rassismus, paris, diskriminierung, prekarität, vororte, vorstädte
Beppe Grillo: "Italien ist heute genauso wenig ein Land wie vor 150 Jahren“
Giuseppe Piero Grillo, 62 Jahre, ist eine nationale Berühmtheit, Blogger und Comedian. Der verheiratete, sechsfache Vater ist wahrscheinlich der letzte aller 60 Millionen Italiener, der Italiens 150. Geburtstag 2011 feiern wird. Er wurde Mitte der 1980er-Jahre aus dem nationalen Fernsehen verbannt, nachdem er bei den machtvollen Medien-Multikonzernen Italiens in Ungnade gefallen war. Heute bloggt er und tritt mit seinen Comedy-Shows live im ganzen Land auf. Er sprach exklusiv mit cafebabel.com.
politik, italien, beppe grillo, das beste von cafebabel.com, vox-pop
Atomunglück in Japan heizt Kernkraftdebatte in Europa an
Sind wir bereit eine neue Atomkrise in Europa in Kauf zu nehmen? So lautete die Frage, die sich die Umweltminister der europäischen Mitgliedstaaten im Rahmen der einberufenen Sondersitzung (14./ 15. März) in Reaktion auf die Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima stellten. Das Japan-Drama gibt der Debatte um den Atomausstieg in Europa neuen Aufwind. Panorama.
politik, referendum, atomenergie, japan, ökologie, demokratie in europa, fukushima
Jeht's noch bisscken grüner Berlin?
Europas einzige Regierungschefin war selbst einmal Umweltministerin: Hat Angela Merkel denn nichts gelernt? 2011 finden in 7 deutschen Ländern Landtagswahlen statt und ein globales Umweltthema - der Atomausstieg - ist seit dem Erdbeben in Japan wieder in aller Munde. Der Aktivismus der Stuttgarter, die am Wochenende eine Antiatom-Menschenkette bildeten, schwappt auch nach Berlin, wo kürzlich das erste grüne Referendum zur Wasserprivatisierung stattfand. Grüne Power ist in Berlin eigentlich omnipräsent, ob auf den Tellern der Bewohner oder den Dancefloors der Haupstadt. Cafebabel.com hat Berliner Guerilla-Gärtner, Veganer, grüne Clubgänger und einen australischen Wahlberliner getroffen, der ein grünes WikiLeaks lanciert hat. In einer Metropole - wo selbst die Berlinale 2011 unter einem grünen Stern stand - werden andere europäische Städte es schwer haben, den Anschluss zu finden. Geht es eigentlich grüner als in Berlin? Unsere dritte Staffel in der Reihe ‘Green Europe on the ground’ (Foto: (cc) Neromonga/flickr).
Deutschland: BBC-Weltmeister der Herzen
Auszeichnung und Denkzettel: Der britische Nachrichtensender BBC kürt Deutschland zum beliebtesten Land der Welt.
politik, identität, deutschland, demokratie in europa, gesellschaft
Frankreichs Image-Offensive: Sarko-Solo gegen Gaddafi
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat den Nationalen Übergangsrat der libyschen Rebellen als offizielle Vertretung des Landes anerkannt. Außerdem will er den EU-Partnern am heutigen Freitag Pläne zu Luftangriffen gegen das Gaddafi-Regime vorlegen. Die Presse kritisiert den Alleingang, der allen Beteiligten schade.
politik, saif al-islam al-gaddafi, libyen, euweek, arabischer frühling, muammar al-gaddafi, nicolas sarkozy
Homophobie, Hooligans, Nationalismus: serbische Jugend auf der Couch
In einer Stadt, in der sich mehr als zwei Drittel der Studenten nach ihrem Abschluss wünschen ins Ausland zu gehen, können die Worthülsen inkompetenter und korrumpierter Politiker schnell in allgemeine Unzufriedenheit umschlagen. Das ist Belgrad, Hauptstadt eines Volkes, dessen Herz unwiderruflich zwischen Russland und EU gespalten ist und wo die Gewalt Stadien, Straßen und die Vorstellungswelt der Intellektuellen in ihren Bann zieht. Die Politik, anstatt vorzubeugen, fährt eine Schiene der harten Hand, die zunehmend in der Öffentlichkeit widerhallt.
politik, belgrade, rassismus, korruption, nationalismus, kosovo, fußball
Irland straft Regierung ab: Reaktionen aus Europa
Die konservative Partei Fine Gael hat am Freitag die irischen Parlamentswahlen gewonnen und wird voraussichtlich mit der Labour-Partei koalieren. Die bisherige Regierungspartei Fianna Fáil verlor mehr als zwei Drittel ihrer Mandate. Kommentatoren begrüßen, dass der künftige Premier Enda Kenny das EU-Rettungspaket nachverhandeln will, und sehen das Land vor einem tiefgreifenden Umbruch.
politik, wahl, europäische union, euweek, wirtschaftskrise, wahlen
Gewalt-Eskalation in Libyen: Afrikanische Söldner und italienische Piloten
Der Präsident des Libyen-Hauses in Spanien, Mohamed Elhamdi, hat sein Land vor 38 Jahren verlassen. Heute Seite an Seite mit den Regimegegnern, kommt er auf die Abscheulichkeiten des libyschen Völkermords zurück, der bereits Hunderte von Demonstranten das Leben kostete. Elhamdi spricht von afrikanischen Söldnern und italienischer Hilfe bei der Niederschlagung der Proteste.
politik, italien, demokratisierung, libyen, arabischer frühling, gewalt, muammar al-gaddafi
Massenschlachtungen in Tripolis: Der Druck auf Gaddafi wächst
Libysche Sicherheitskräfte gehen immer brutaler gegen die Demonstranten vor, sogar von Angriffen mit Kampfjets wird berichtet, doch die Proteste weiten sich aus. Die Welt hingegen kümmert sich nur um ihre eigenen Interessen, rechtfertigt frühere Waffenexporte nach Libyen und hat Angst um den Ölpreis, bemängeln Kommentatoren.
politik, meinungsfreiheit, demonstration, libyen, religion und demokratie, muammar al-gaddafi, jasmin-revolution
Irland: Keine Expat-Stimmen zu den vorgezogenen Parlamentswahlen
Am 1. Februar löste der britische (nunmehr Ex-) Premier Brian Cowen das irische Unterhaus (Dáil Éireann) auf. Um über die größte Wirtschaftskrise in der Geschichte ihres Landes hinwegzukommen, wählen die Iren nun am 25. Februar ein neues Parlament. Jedoch werden viele der im Ausland ansässigen Iren, die ihrerseits am meisten von dem einjährigen Amtsmissbrauch der Regierungskoalition aus Fianna-Fail und den irischen Grünen betroffen sind, nicht wählen dürfen.
politik, wahl, expatriate, charta der grundrechte der europäischen union, menschenrechte, großbritannien und nordirland, wahlen
Arabische Revolte: Gaddafi metzelt 200 Menschen - der Westen schweigt
Die Proteste gegen die Regime in der arabischen Welt weiten sich aus. Die Herrscher in Libyen und Bahrain haben auf Demonstranten schießen lassen, wobei in Libyen mehr als 200 Menschen starben. Marokko und Jordanien hingegen kündigten Reformen an. Europas Presse fordert Sanktionen gegen die Tyrannen und hofft auf einen friedlichen Wandel in den Ländern der Reformer.
politik, libyen, religion und demokratie, muammar al-gaddafi, jasmin-revolution, bahrain, revolution
Chinas Aufstieg, Europas Abstieg
Am 14. Februar überholte China Japan als weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft. Anzeichen für die Entstehung einer neuen Wirtschaftsmacht gab es seit Mitte Januar 2011 überall.
politik, wirtschaft, china, vereinigte staaten, barack obama, spanien, europa
247 Tage ohne Regierung: Abstruse Rekorde aus Belgien
289 Tage ohne Regierung - das ist der Rekord, den es zu brechen gilt! Am 30. März könnte Belgien seinen schärfsten Konkurrenten in der Kategorie „längste Zeit ohne Regierung“ ausbooten - den Irak! Aber das ist eine Performance, auf die das „flache“ Land auch gut und gern verzichten kann - ebenso wie auf andere, reichlich abstruse Rekorde aus Belgien.
politik, separatismus, belgien, nationalismus, bart de wever, brüssel
Europa: Merkel und Sarkozy zurück in die Zukunft
Eigentlich sollte man sich ja nach den zahlreichen Misstönen der vergangenen Jahre über die Wiederbelebung der deutsch-französischen Achse freuen. Doch vom einstigen "Motor der europäischen Integration" bleibt in der Ära Merkel-Sarkozy nicht viel übrig. Stattdessen sprechen aus dem von der Bundeskanzlerin als "Pakt für Wettbewerbsfähigkeit" präsentierten Maßnahmenpaket, das von der Elysée vehement unterstützt wird, ein verlorenes europäisches Solidaritätsbewusstsein und ein tiefes Misstrauen in die europäischen Institutionen.
politik, vertrag von lissabon, jean-claude juncker, angela merkel, euweek, wirtschaftskrise, nicolas sarkozy
