Kultur
Europa als "open space": Sommeruniversität in Cluny
Zehn Tage lang Debatten und erbitterte Streitgespräche darüber, wie Europa im Jahr 2030 aussehen soll – und das im Hochsommer. Wer wagt es da noch zu behaupten, die Jugend von heute würde sich nicht für die europäischen Institutionen interessieren? Der Europäische Campus von Cluny 2010 hat den „open space“ als Zukunftspraxis für die Europäische Union bereits vorweggenommen. Ungefähr 50 junge Europäer haben hier die Möglichkeit, sich „in der Vielfalt zu vereinigen“. Drei Teilnehmer berichten.
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Esma Redžepova: "Königin des Roma-Gesangs"
Mit ihrer Kapelle tourt Esma Redžepova, Mazedonierin und ihres Zeichens „Königin des Roma-Gesangs“ unermüdlich um den Globus. Mehr als 15.000 Konzerte hat sie gegeben, 20 Alben aufgenommen. Im Rahmen eines Auftritts beim Festival Sin Fronteras im Cabaret Sauvage brachte Redžepova auch ein wenig Roma-Kultur nach Paris. Begegnung mit einer Frau, die Schranken niederreißt.
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Katalonien gegen die Stiere: ein Verbot der spanischen Identität?
Das katalanische Parlament hat am 28. Juli eine Entscheidung gegen den Stierkampf in der Region gefällt. Nun haben sich die Stierkampfbefürworter zusammengeschlosssen, um für den Erhalt dieser Tradition einzutreten. Die politische Opposition kündigte an, dass sie ein Gesetz ins Parlament einbringen wird, um weitere Regelungen dieser Art zu verhindern. Doch auch die Initiatoren des Volksbegehrens, welches zur Abstimmung führte, bleiben weiter aktiv: Die Plataforma Prou! ("Es reicht!"-Plattform) will von ihrem Bestreben, die Stiere aus ihrem Martyrium zu befreien, nicht ablassen.
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Rumänien: Neues Werbeimage - alte Leiden
Das neue, über EU-Fördergelder finanzierte Rumänien-Logo wurde am 29. Juli 2010 bei der Weltausstellung in Shanghai vorgestellt. Die 'Explore the Carpathian Garden' Tourismus-Kampagne hat aber (noch) nicht richtig gegriffen.
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Ghinzu: Die lässigste Band der belgischen Rockszene
„Je öfter man damit schneidet, desto schärfer wird es.” Nicht mehr als diesen Messer-Werbespruch brauchen die fünf belgischen Jungs, um ihre Angriffsstrategie auf die europäischen Bühnen zu formulieren. Bereits drei scharfe Alben der Kategorie Noise-Rock haben Ghinzu auf dem Konto, live bringen sie die Massen zum Kochen, beim Interview sind sie dagegen ganz relaxt. Ein Treffen auf dem Solidays-Festival mit John Stargasm und Jean Montevideo – schärfer als je zuvor.
Kein zweites Duisburg-Desaster: Haltestelle Woodstock in Kostrzyn
Das größte Rockfestival Mitteleuropas, Haltestelle Woodstock (polnisch: Przystanek Woodstock) an der deutsch-polnischen Grenze, findet im Schatten der tödlichen Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg statt. Vom 31. Juli bis 1. August erwartet die Kleinstadt Kostrzyn (Küstrin) einen Ansturm von bis zu 400.000 Besuchern. Besucher und Organisatoren lassen sich die Vorfreude nicht nehmen - sie geben sich gelassen.
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Sophie Hunger: "Ich hoffe, ich kann meine eigene Frucht sein"
Sophie Hunger macht einen Promo-Zwischenstopp in Paris. Diesen Monat tritt die Schweizer Sängerin in vier verschiedenen Ecken Europas auf; von der renommierten englischen Bühne in Glastonbury über Auftritte in Tschechien bis hin nach Österreich... In Frankreich klappert sie verschiedenen Festivals ab, denn nur im Studio zu singen „ist langweilig“. Auf einen Kaffee mit der angesagten Schweizerin.
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Ars Homo Erotica: "Die Toilette ins Warschauer Nationalmuseum bringen"
Zur Warschauer EuroPride, die am 17. Juli stattfand, spricht der Kurator der Ausstellung Ars Homo Erotica, Pawel Leszkowicz, über lesbische Kunst und Schläge ins Gesicht des Betrachters. Warum die Kunst und das größte Museum der polnischen Hauptstadt einen lebendigen Nerv der Demokratie darstellen.
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Warschau wannabe
Warszawa ist das neue Berlin: Schicke Glas-Buildings sprießen in der sozialistisch anmutenden Stadt wie Pilze aus dem Boden. Die Fußball-EM soll das internationale Image der Metropole im Osten bis 2012 noch weiter aufpolieren. Versteckte Alltagsräume und das Warschau auf der anderen Weichselseite von Praga sind neues Eldorado für Künstler und Partygänger. Junge Leute pilgern in die Hauptstadt zurück und Europäer kommen für ein neues Zahnpastalächeln nach Polen. Doch kratzt man ein wenig an dieser stahlglatten Oberfläche, entstehen Brüche und werden die eingefahrenen Klischees von gestern blass. 5 Journalisten haben „WaWa“ - wie die Einwohner ihre Stadt liebevoll nennen - im Rahmen des Projekts EUcrisis on the ground auf den Kopf gestellt.
"Berlin ist wie ein Alfa Romeo": Expat-Autoren und kriselnde Stadtpoesie
"Die Stadt erschien zugleich erbarmungswürdig und verführerisch: grau, schäbig, verkommen, aber doch vibrierend von nervöser Vitalität, gleißend, glitzernd, phosphorisierend, hektisch animiert, voll Spannung und Versprechen." So beschrieb Klaus Mann 1923 Berlin. Ist diese leidenschaftliche Beschreibung heute immer noch aktuell? Die deutsche Hauptstadt durch das Prisma und die Geschichten dreier Schriftsteller aus dem Ausland, die Berlin zu ihrer Wahlheimat gemacht haben. Ein privilegierter Ausgangspunkt der Beobachtung, um ein Mosaik komplexer Klischees zu entschlüsseln.
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Don Pasta: Kultur-Confit nach italienischer Art
Daniele de Michele, alias Don Pasta, kommt ursprünglich aus Salento in Süditalien und lebt heute in Toulouse, im Süden Frankreichs. Der Küchen- und Orchesterchef ist zugleich DJ, Gastronom, Ökonom und Umweltschützer… Sein Metier: Die Zutaten, die Musik und die Kulturen beidseits der Alpen miteinander zu mischen.
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Irland in Berlin: Immer und nie in der Krise
Angesichts einer Arbeitslosenquote von 13,7% wird erwartet, dass etwa 40.000 Iren dieses Jahr ihre Heimat auf der Suche nach Arbeit und neuen Möglichkeiten verlassen werden. Dem irischen Economic and Social Research Institute zufolge werden 2011 weitere 40.000 Menschen folgen. Deutschland ist eines der Hauptziele in Europa. Bereits heute leben in Berlin rund 1 700 irische Auswanderer - und das, trotz einer fast genauso hohen Arbeitslosenquote wie auf der grünen Insel.
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Kunst in Osteuropa: Versprechen der Vergangenheit im Centre Pompidou
Im Centre Pompidou in Paris lässt die Ausstellung Les Promesses du Passé, Une histoire discontinue de l'art dans l'ex-Europe de l'Est Arbeiten von Künstlern aus Osteuropa zu Zeiten des Kommunismus und zeitgenössischen osteuropäischen Künstlern dialogieren. Ein Rundgang in Zickzack.
Felix Vogel, der jüngste Kurator einer europäischen Biennale
Vor drei Jahren wurde der Deutsche mit gerade einmal 20 Jahren entdeckt - dagegen wirkt der jüngste Kurator der Biennale in Venedig mit 46 Jahren geradezu wie ein Oldie! Die Bukarester Biennale vom 21. Mai bis zum 25. Juli setzt auf ein Team mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren und gibt so der Jugend die Chance zu zeigen, was in ihr steckt.
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Marke Europa: Stiftet der Eurovision Song Contest Gemeinschaft?
Europa? Ein alternder, undynamischer Kontinent, der an den Rand der globalen Bedeutung rückt und zu allem Überfluss momentan um das entscheidenste Element seiner Verbundenheit, den Euro, kämpfen muss… Kann der Grandprix Einheit schaffen, wo eigentlich keine ist?
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Anti-Krisen-Design in Wien
"Daran ist nur die Krise schuld!" Große Worte am Stammtisch. Die Krise, die hinter jedem individuellen oder nationalen Problem lauert, sei verantwortlich für all das Übel in Österreich. Weit ab von dieser allgemeinen Verdrossenheit haben Wiener Designer lieber nach raffinierten und unterhaltsamen Anti-Krisen-Ideen gesucht. Eine Führung anlässlich der Vienna Design Week.
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Cheese People: Das "europäische" Gesicht des russischen Disco-Punk-Sound
Die unkonventionelle Band Cheese People, die die russische Musikszene gerade in großem Stil umkrempelt, stammt von den Ufern der Wolga, etwas westlich des Urals, der die geographische Grenze zwischen Europa und Asien darstellt: Eine Band ohne Plattenvertrag, dafür aber mit viel Disco-Punk-Sound. Wir trafen das energiegeladene Quartett backstage in Moskau.
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