Sevilla

Anna M.

Artikel veröffentlicht am 20. November 2007
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Artikel veröffentlicht am 20. November 2007
Frankreich, 2006 : Michel Spinosa Regie und Drehbuch : Isabelle Carré, Gilbert Melki, Anne Consigny Darsteller : Alain Duplantier Bild : Patrick Sobelman Produzent GEFÄNGNIS DER LIEBE Wer legt fest, was Liebe ist? Was unterscheidet Irrsinn und Vernunft? Anna M. ist verliebt, hoffnungslos verliebt, krankhaft verliebt. Anna M.
leidet am Clérambault-Syndrom, was andere Liebeswut, erotische Paranoia oder affektvolle Paraphrenie nennen. Erotomanie. Michel Spinosa zeigt uns mit seinem dritten Spielfilm, nach seinem Erstlingswerk „Emmène-moi“ aus dem Jahr 1994 eine komplizierte Liebesgeschichte, wie er es bei der Berlinale, wo der Film im gezeigt wurde, selbst formulierte. Eine Geschichte über die Liebe und ungehemmte Leidenschaft einer einsamen Frau, die verzweifelt versucht ihre Gefühle mit dem Mann ihrer Träume zu teilen, nämlich mit dem glücklich verheirateten Arzt, der ihr half, sich von einem Selbstmordversuch zu erholen. Anna M. führte vor ihrer Erotomanie ein abgeschottetes Leben.

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Hoffnung, Enttäuschung und Ablehnung sind die drei Phasen, die Anna M., die von der vielseitigen Isabelle Carré, einer der meist gefragten Schauspielerinnen Frankreichs, gespielt wird, durchleben muss. Der Film wurde bereits im vergangenen Frühling in Frankreich und Belgien ausgestrahlt und ist in der Sección Oficial des europäischen Filmfestivals in Sevilla als er jedes Mal in ausgefüllten Kinosälen voller Kinomachern und Kinofans gezeigt wird, vor Leuten, die zum einen Lust haben ihren Durst nach gutem Kino zu stillen und zum anderen die „kritischen Beurteilungen“ aufsaugen wollen, die schließlich erst den künstlerischen Wert des Filmes bestimmen. Mit exquisiten Bildern und exquisiter Musik versucht Spinosa uns in das Micro-Universum der süßen und zurückhaltenden Anna M. zu versetzen, in die isolierte und einsame Welt einer Person, die Bücher in einer Bibliothek restauriert und zudem noch erotomanisch ist.

Concha Hierro

Übersetzt von

Björn Gillmann