Politik

Zahltag: 334 Jahre Haft für türkischen Hacker

Artikel veröffentlicht am 25. Januar 2016
Artikel veröffentlicht am 25. Januar 2016

In vielen Rechtssystemen ist 'lebenslänglich' die längst mögliche zu verbüßende Strafe. Aber ein junger türkischer Hacker wurde kürzlich zu 334 Jahren Haftstrafe für Cyber-Kriminalität verurteilt. Unsere Zahl der Woche

Hat die türkische Regierung etwa das Geheimnis für Unsterblichkeit entdeckt, als sie einen 26-jährigen türkischen Hacker kürzlich zu insgesamt 334 Jahren hinter Gittern verurteilte? Und selbst wenn das Land eine lebensverlängernde Maßnahme gefunden hätte, so wie es beispielsweise multiple Leben für Katzen gibt, dann würde Onur Kopçak immer noch mindestens vier seiner neun Leben im Gefängnis verbringen.

Wie kommt eine solche Zahl zustande? Am 10. Januar wurde Onur Kopçak darüber benachrichtigt, dass er zu einer erneuten Haftstrafe von 135 Jahren für organisierten Datenklau verurteilt wurde. Er hatte die Kartendetails von 11 Menschen gestohlen, um sie an Cyber-Hacker weiterzuverkaufen. Diese neue Haftstrafe wird nun zu einer alten addiert. Denn 2013 hatte der Hacker bereits 199 Jahre, 7 Monate und 10 Tage für so genanntes Phishing, das heißt das Erstellen und Zwischenschalten falscher Seiten von Kreditinstituten, erhalten. 

Diese Verurteilung bricht alle bisherigen Rekorde für Cyber-Kriminalität im Land am Bosporus. Es ist ein Präzedenzfall, eine Verwarnung an Cyber-Kriminelle, um sie vor zukünftigen Taten abzuschrecken. Die Haftstrafe von Onur Kopçak ist fast 17 Mal so hoch wie die zuletzt vergebene Höchststrafe für Cyber-Kriminalität (20 Jahre).