Politik

Volen Siderov – ultrarechter Psychopath aus Bulgarien

Artikel veröffentlicht am 4. Juni 2014
Artikel veröffentlicht am 4. Juni 2014

Volen Siderovs Partei Ataka ist antisemitisch, antiromanisch, antimuslimisch, antitürkisch und anti-Globalisierung. Es scheint, sie sind nur für Bulgarien. Beunruhigend ist, ihre extrem rechte Politik wurde gut angenommen und sie haben 12% in der europäischen Wahl im Jahr 2009 erlangt. Aber wer ist Volen Siderov und was plant er genauso?

Volen Si­de­rov – ist alles klar mit bul­ga­ri­schem ul­tra­rech­ten Po­li­ti­ker?

Volen Si­de­rov, der Vor­sit­zen­de der bul­ga­ri­schen ul­tra­rech­ten Par­tei Ataka (An­griff, AdR), wurde wegen Hoo­li­ga­nis­mus am 12. März an­ge­klagt. Am 6. Ja­nu­ar hatte er einen ganz schlech­ten Tag. Wäh­rend des Flu­ges nach Varna, in die dritt­größ­te Stadt Bul­ga­ri­ens, hatte er einen fran­zö­si­schen Di­plo­ma­ten be­lei­digt. So weit, so un­di­plo­ma­tisch.

Das war nur An­fang. Als er aus dem Flug­zeug aus­ge­stie­gen ist, fiel er einen Schau­lus­ti­gen an. Als die Po­li­zei ihn ab­zu­hal­ten ver­such­te, griff er auch gleich einen Uni­for­mier­ten an. Laut sei­ner Ver­si­on der Er­eig­nis­se ist nichts ge­sche­hen. Er war ein­fach ein Opfer der un­glück­li­chen Zu­fäl­le. Der Po­li­zist hätte sich ar­ro­gant ihm ge­gen­über be­nom­men und ei­gent­lich hätte der Po­li­zist den Streit be­gon­nen. Eben­so hätte der Di­plo­mat im Flug­zeug ihn ge­kränkt. Die Schau­lus­ti­gen schließ­lich auf dem Roll­feld hät­ten ihn an­ge­stif­tet. Die Me­di­en wür­den mit Ab­sicht falsch be­rich­ten. Of­fen­sicht­lich war die ganze Welt gegen ihn.

Si­de­rov konn­te damit den bul­ga­ri­schen Ge­ne­ral­staats­an­walt Sotir Tsa­ts­a­rov nicht über­zeu­gen, der ge­for­der­te, dass Si­de­rov seine straf­recht­li­che Im­mu­ni­tät ent­zo­gen wird. Si­de­rov, hei­ßer Kan­di­dat für den Preis für die sar­kas­ti­schen Rede 2014, hat sich dann selbst sei­ner Im­mu­ni­tät ent­ho­ben. Die Mit­glie­der sei­ner Par­tei haben es auch so ge­macht, ob­wohl der Ver­zicht die Rechts­be­deu­tung nur für Si­de­rov hat. Man kann jetzt nur ver­mu­ten, wie der Pro­zess be­en­den wird. Je­doch kann man zu­ge­ben, dass Si­de­rov ein bun­tes po­li­ti­sches Leben ge­führt hat.

Ein selt­sa­mer Ha­lun­ke

Das ist nicht das erste Mal, dass Si­de­rov in Kon­flikt mit dem Ge­setz ge­ra­ten ist. 2006 war er nach einem klei­nen Un­fall über­zeugt, dass ein 22-jah­ri­ger Stu­dent zu­sam­men mit sei­nem 75-jah­ri­gen kran­ken Groß­va­ter ihn zu er­mor­den ver­such­ten. Er hat den Stu­dent ge­schla­gen und die Rei­fen sei­nes Fahr­zeugs durch­sto­chen. Im Herbst letz­tes Jahr hat dies­mal die ganze Par­tei Ver­wir­rung her­vor­ge­ru­fen, da zwan­zig be­trun­ke Ataka Po­li­ti­ker die Rech­nung in einem erst­klas­si­gen Brüs­se­ler Re­stau­rant zu be­zah­len ab­ge­lehnt haben. Sie haben Cham­pa­gner-Kor­ken auf an­de­re Be­su­cher ge­wor­fen und die Essen, was für die an­de­re Kun­den vor­be­rei­tet war, durch die Ge­gend ge­wor­fen. Eine ty­pi­sche Nacht im Bul­ling­don Club. Ein­mal hat Si­de­rov ein ru­mä­ni­sches Mit­glied des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments be­lei­digt und ist wäh­rend der Pro­tes­te mit einem Po­li­zei­knüp­pel be­waff­net spa­zie­ren ge­gan­gen und hat Ver­haf­tung des Bür­gers ge­for­dert. Si­de­rov hat sich sogar mit Nel­son Man­de­la ver­gli­chen. Ein Ver­gleich, der nicht so­fort ins Auge fällt.

Die Me­di­en: Ein­gang oder Aus­gang?

Si­de­rov hat sich für die Po­li­tik nach einer De­ka­de im Jour­na­lis­mus ent­schie­den. Er hatte zuvor ein Fern­seh­pro­gramm mit dem Namen Ataka mo­de­riert. Der Name hatte ihm so ge­fal­len, dass er gleich seine Par­tei da­nach be­nannt hat. Ataka bekam aus dem Stand 8.7% Un­ter­stüt­zung im Jahr 2005 bei den lan­des­wei­ten Wah­len. Das ist ko­misch, denn Si­de­rov be­schimpft jetzt Jour­na­lis­ten, als ob es kein Mor­gen gäbe. Dabei er­hielt Si­de­rov selbst einen an­ge­se­he­nen Jour­na­lis­ten­preis im Jahr 2000 er­hielt.

Seine Schein­hei­lig­keit und Ag­gres­si­on sind scho­ckie­rend. Schlim­mer ist aber, dass sein Ver­hal­ten wei­test­ge­hend ak­zep­tiert wird. Der fran­zö­si­scher Po­li­ti­ker, Jean-Pier­re Audy gab eine amt­li­che Er­klä­rung nach dem Vor­fall mit dem fran­zö­si­schen Kul­tur­at­taché her­aus, wo er sei­nen Schre­cken aus­drück­te, dass die bul­ga­ri­sche Re­gie­rung Si­de­rovs Taten nicht ver­ur­teil­te. Ge­ra­de hat Ataka 23 aus 240 Sit­zen im Par­la­ment und zudem ver­lässt sich die brü­chi­ge Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on auf in­of­fi­zi­el­le, aber sta­bi­le Un­ter­stüt­zung ihrer Ab­ge­ord­ne­ten. 

All­ge­mei­ne Un­ter­stüt­zung

Nicht nur die Re­gie­rung in Bul­ga­ri­en fin­det Ge­fal­len an Si­de­rov. Die stei­gen­de Po­pu­la­ri­tät der neo­fa­schis­ti­schen Par­tei si­cher­te ihnen zwei­ten Platz in der Wahl im Jahr 2006 zu und er­laub­te den Mit­glie­dern des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments eine ex­trem rech­te Frak­ti­on zu grün­den – Iden­ti­tät, Tra­di­ti­on, Sou­ve­rä­ni­tät. Das ist jetzt vor­bei, denn Ataka ist nicht ins Eu­ro­päi­sche Par­la­ment ein­ge­zo­gen.

Im­mer­hin haben die bul­ga­ri­schen Par­la­ments­mit­glie­der haben den An­trag At­a­kas auf Geld- oder Ge­fäng­nis­stra­fe für Ho­mo­se­xu­el­le ab­ge­lehnt.

Si­de­rov ist ein schreck­li­cher Mann. Er ist gut ge­klei­det, schlag­fer­tig und be­liebt. Der An­stieg sei­ner Par­tei ist eine per­fek­te Lek­ti­on in der Po­li­tik der Me­di­en und auch eine wich­ti­ge Er­in­ne­rung für uns, dass kein Land si­cher vor den Po­li­ti­kern ist, den mehr Cha­ris­ma als Mensch­lich­keit haben.