Politik

Nato: Willkommen und Abschied

Artikel veröffentlicht am 9. April 2008
Artikel veröffentlicht am 9. April 2008
Ein internationales Gipfeltreffen, 26 Länder, Tausende verschiedener Stimmen - eines der jüngsten EU-Mitglieder hieß Vertreter der Nato und der internationalen Presse vom 2. bis zum 4. April 2008 in Bukarest willkommen.

Die Bukarester Polizei verfolgte Anti-Nato Graffitikünstler, die Gebäude der Viktoriastraße besprüht haben, einem Teil des "offiziellen Einzelkorridors". Ansässige entlang des Einzelkorridors wurden freundlich gebeten, ihre Häuser nicht zu verlassen, nicht von den Balkonen zu winken oder ihre Vorhänge zu bewegen, wenn Nato-Vertreter draußen vorbeiliefen.

Der berühmte rumänische Sänger Loredana Groza hat, verkleidet wie ein balkanischer Zigeuner, einen Gasttanzauftritt bei Zig Zagga gegeben.

"Die Ukraine möchte der Nato gar nicht beitreten", sagte Eugen Ihelzon, Nachrichtenredakteur von Segodnya Multimedia. "Unsere Priorität ist der EU-Beitritt! Es gibt keine maßgeblichen Unterschiede zwischen der Ukraine und den neuen EU-Mitgliedern. Es ist lediglich so, dass der Ukraine noch keine Chance zum Beitritt gegeben wurde."

Das Gipfeltreffen war zudem völlig medienüberlaufen. "Wir haben es geschafft, unsere nationale Delegation aus dem Cercul-Militärgebäude zu bringen, weil wir es nicht einmal betreten konnten", sagte Eugen. Jedes vertretene Land hat versprochen, sein Truppenkontingent in Afghanistan aufzustocken, wobei Rumänien sich dadurch Sicherheit in der ganzen Region Afghanistans erhofft.

Der Ukraine und Georgien, denen eine Nato-Mitgliedschaft nicht in Aussicht gestellt wurde, sagte der rumänische Verteidigungsminister Theodor Melescanu: Das, "was zählt, ist die Botschaft, dass 'die Tür offen ist'". "Die Nato und die EU müssen ihre Anstrengungen in Orten wie dem Kosovo und Afghanistan abstimmen, damit es zu keinen Überschneidungen kommt", sagte er weiter.

NATO-Gipfeltreffen: eine Statistik

- Bukarest veranstaltete zuletzt das 11. Frankophone Gipfeltreffen im September 2006

- Das 2008 Nato-Gipfeltreffen zählte 50 Delegationsvertreter und 24 Staatsvertreter

- Die Kosten belaufen sich auf 20-30 Millionen Euro

- Die letzte Welle von Nato-Beitritten fand im März 2004 statt, als Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei, Slowenien, Rumänien und Bulgarien beigetreten sind. Die letzten beiden Staaten traten der EU am 1. Januar 2007 bei.

- Die Nato hat 26 Mitglieder; die EU ist mit 27 Mitgliedsstaaten immer noch größer.

- Beide wurden 1949 ins Leben gerufen

Pressespiegel

- Der russische Präsident Putin tauchte am letzten Tag auf dem Gipfeltreffen auf.

- "Ich bin froh, dass wir diese Woche keine Kurse haben. Es ist ein wunderbarer Moment, um zu entspannen!", sagt Dana, eine rumänische Studentin. Die rumänischen Mieden haben darüber berichtet, wie Menschen in Bukarest ihren Nato-Urlaub und spezielle Touristenangebote nutzen.

- Die Menschen, die die Stadt verlassen haben, haben den Anblick eines sauberen und sicheren Bukarests verpasst. "Jawohl, mein Herr! Wir haben sauber gemacht und niemand rührt sich!", sagt die rumänische Tageszeitung Adevarul am 3. April. "Die Bürger von Bukarest finden Zuflucht in den Bergen", berichtete die rumänische Libera am selben Tag.

- "Der legendäre Regenbogen schien durch die Wolken, als US-Präsident Bush 2002 Rumänien besuchte. 2008 gab es keinen Regenbogen, aber Präsident Bush ließ sich dennoch vom rumänischen Eis und Maria Basescu, der rumänischen Präsidentengattin, überzeugen." (Romania Libera)

Intext-Fotos: Loredana Groza und Nato-Banner (Luciana Grosu), Presse (Bogdan Suditu/flickr)