Politik

Marios Matsakis: Asbestverseuchtes EU-Parlamentsgebäude in Straßburg 'skandalös'

Artikel veröffentlicht am 24. September 2008
Artikel veröffentlicht am 24. September 2008
Der zypriotische Europarlamentarier, ein professioneller Gerichtsmediziner, der sich auf Umwelt- und Gesundheitsfragen spezialisiert hat, zu Gesundheitsrisiken des erst 10 Jahre alten Parlamentsgebäudes in Straßburg. Expresso.

©EU-ParlamentDie Präsenz des sogenannten Weißasbests im Straßburger Parlamentsgebäude - ein hochgradiger Krebserreger - ist äußerst beunruhigend und gefährlich. Die kontinuierliche Nutzung der Räume durch tausende Menschen, ohne dass Asbest von Geländern, Büros und Treppenaufgängen vollständig entfernt werden konnte, ist skandalös. In einem TÜV-Bericht, der bereits aus dem Jahr 2007 stammt, wurden französische, Straßburger und EU-Behörden über die Asbestverseuchung unterrichtet.

©John & Mel Kots/flickr

Eventuell wollte man die Tragweite des Problems und die Gesundheitsrisiken jedoch herunterspielen. Ganz offensichtlich ist der politische Druck, diese Affäre auf kleiner Flamme zu halten, enorm. Doch im Respekt grundsätzlicher Prinzipien der Europäischen Union sollte absolute Klarheit in Bezug auf dieses Thema herrschen. Eine unabhängige, nicht-französische Studie müsste durchgeführt werden und allen Europarlamentariern zugänglich gemacht werden. Das Straßburger Gebäude sollte bis zur vollständigen Entfernung der gesundheitsschädlichen Materialien leer bleiben. Das EU-Parlament verhandelt derzeit mit der Stadt Straßburg darüber, wer die Entfernung asbestverseuchter Teile des Gebäudes finanzieren soll. Bereits im Februar 2008 wurde mit den Säuberungsarbeiten begonnen.

©Cruccone+Vlastula/flickr