Politik

Map of the week: Neues Jahr, neue Grenzkontrollen 

Artikel veröffentlicht am 7. Januar 2016
Artikel veröffentlicht am 7. Januar 2016

Obwohl ein Ende des Flüchtlingsstroms in Richtung Europa noch nicht in Sicht ist und in Frankreich immer noch der Ausnahmezustand herrscht, haben die Schengen-Länder Dänemark und Schweden beschlossen, zu Jahresbeginn wieder Grenzkontrollen einzuführen. Ein Blick auf Europa, dessen Reisefreiheit in Gefahr ist.

30 Jahre nach der Unterzeichnung des Schengen-Abkommens befürchten die europäischen Medien, dass die Tage des freien Reisens innerhalb der EU gezählt sind. Seit dem 3. Januar gilt an der Øresund-Brücke, die Malmö mit Kopenhagen, der Hauptstadt von Dänemark, verbindet, wieder Ausweispflicht.

Dänemark hat daraufhin, Grenzkontrollen im Süden des Landes an der Grenze zu Deutschland eingeführt. Seitdem Norwegen, Deutschland, Österreich und Frankreich bereits ihre Grenzen nach den Attentaten von Paris stärker bewachen, kontrolliert nun auch Dänemark als 6. Schengen-Mitgliedsstaat.

Die Idealvorstellung eines Europas, als ein Staatenverbund mit offenen Grenzen, wird 2015 wie noch nie zuvor in Frage gestellt. Flüchtlingskrise und Terrorbedrohung halten den alten Kontinent in Atem und werden es auch im neuen Jahr weiterhin tun.

Die Freizügigkeit innerhalb der 26 Schengen-Länder ist eingeschränkt. Hinzukommen neue Maßnahmen, die die europäische Einheit immer mehr bedrohen. In Slowenien und Ungarn wurden bereits Zäune hochgezogen. Zur Verstärkung der inneren Sicherheit errichtet Österreich gerade einen Zaun an der Grenze zu Slowenien. 

Polen könnte das nächste Schengen-Land sein, das seine Grenzen schließt. Die frisch gewählten Konservativen spielen bereits mit dem Gedanken.

Europa ohne Grenzen? Das Jahr 2016 wird zeigen, ob der Domino-Effekt im Schengen-Raum weiter anhält.