Politik

Krieg den panischen Junggesellen

Artikel veröffentlicht am 12. September 2007
Artikel veröffentlicht am 12. September 2007

120 Tage bleiben der Troika, die sich aus einem russischen, einem europäischen und einem nordamerikanischen Diplomaten zusammensetzt, um einen Kompromiss im Kosovokonflikt zu finden. Falls dies nicht gelingen sollte, könnte es für eine friediche Lösung bald zu spät sein. Geplant ist, die von den Vereinten Nationen verwaltete Balkanprovinz in zwei Teile zu teilen. Oder, was um einiges gravierender wäre, eine Unabhängigkeitserklärung, die einzig von den Vereinigten Staaten anerkannt, vielleicht zum Ausbruch eines Bürgerkriegs oder auch zu mehr als diplomatischen Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt führen könnte.

Im Spanischen gibt es eine Redensart: wenn die biologische Uhr langsam anfängt zu ticken, lässt man sprichwörtlich "den Reis verkochen" (se les va a pasar el arroz), eine Anspielung auf das spanische Nationalgericht Paella, das ohne Reis undenkbar wäre.

Nun kommt der erste Januar und damit die Deadline, um den Kosovokonflikt friedlich zu lösen, immer näher. Wie im Deutschen, könnte man auch in diesem Kontext von einer Art "Torschlusspanik" sprechen, falls kein Friedenskompromiss im Kosovo gefunden werden sollte, ebenso wie unverheiratete Deutsche in Panik geraten, wenn sie nicht in gewisse soziale Raster passen. Die ledigen Spanier bleiben diesbezüglich ihrer katholischen Tradition treu und "kleiden (für den Rest ihres Lebens) Heilige ein" (se va a quedar para vestir santos).

Die Briten, geborene Händler und Verkäufer, fürchten ihrerseits "im Regal zurückzubleiben" (to be left on the shelf), wie all diese unverkauften Bücher, die langsam Staub ansetzen. Hoffentlich setzt der Friedensprozess im Kosovo nicht allzuviel Staub an.