Politik

Hochspannung in Heiligendamm

Artikel veröffentlicht am 6. Juni 2007
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 6. Juni 2007
12 Millionen Euro kostet die Sicherheitsabsperrung um Heiligendamm, wo der diesjährige G8-Gipfel stattfindet. Hier treffen sich am 6. und 7. Juni die größten Industrienationen der Welt.

100 Millionen Euro: so der Kostenvoranschlag für das zweitägige Gipfeltreffen der einflussreichsten Staatsoberhäupter der Welt. Auch wenn die zunehmenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Washington und Moskau und der Klimawandel auf der G8-Tagesordnung stehen, haben die Globalisierungsgegner ihr letztes Wort noch nicht gesprochen. Nach einem turbulenten Wochenende, an dem es zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen war, setzt sich die Debatte mit der Eröffnung des Rostocker Alternativgipfels und dem offiziellen Beginn des G8-Gipfels in Heiligendamm nun auf diplomatischem Niveau fort.

(Foto: Dominic Timms/ ActionAid)

Ungeachtet der Auseinandersetzungen bei den Protestaktionen am letzten Sonntag, scheint die zivile Mobilisierung wichtiger als zum G8-Gipfel im vorigen Jahr in Sankt Petersburg zu sein.

Mit einer schwingenden Rede eröffnete Jan Ziegler am 5. Juni den Alternativgipfel in Rostock. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung kritisierte die Unfähigkeit der G8-Mitglieder ihre Verpflichtungen gegenüber Afrika einzuhalten, die sie zum Zeitpunkt des Gipfeltreffens im schottischen Gleneagles 2005 eingegangen waren.

(Foto: Dominic Timms/ ActionAid)

"Ich bin aus Afrika gekommen, um am Alternativgipfel teilzunehmen. Man muss weiterhin Druck auf die Staatsoberhäupter ausüben", erklärt Collins Magalasi, der für seine Hilfsorganisation "ActionAid für Malawi" am Alternativgipfel teilnimmt. "Ich bin sehr beunruhigt", setzt er fort. "Wenn die reichen Länder ihre Versprechen für Afrika und den Klimaschutz nicht einhalten, steht das Leben von Millionen Menschen auf dem Spiel. Auch wenn wir uns hier am Strand befinden, hoffe ich, dass die Staatschefs endlich ihre Köpfe aus dem Sand ziehen werden."

Im diesem Augenblick landen die Helikopter der Staatsoberhäupter im abgesperrten Hochsicherheitstrakt. Das wohl größte Polizeiaufgebot seit dem Zweiten Weltkrieg…

Foto Homepage: Krawalle am 2. Juni (Hugo*/ Flickr)