Politik

EU begleitet Unabhängigkeit des Kosovo

Artikel veröffentlicht am 25. Februar 2008
Artikel veröffentlicht am 25. Februar 2008
Alle Augen sind auf das Kosovo gerichtet. Doch nicht nur das: neue Arbeitslosenzahlen, Chancen auf dem Arbeitsmarkt und Neuigkeiten zum Endlosprojekt ‚Vertrag von Lissabon‘: Nachrichten aus Brüssel.

Der Job der Zukunft

Wo lässt sich in den nächsten 10 Jahren Geld verdienen? Im Dienstleistungsbereich, und am ehesten natürlich mit einer entsprechenden beruflichen Qualifikation. Sagt Cedefop, das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung. Die erste von Cedefop durchgeführte Studie, die sich mit den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt bis zum Jahre 2015 beschäftigt hat, kommt zu folgenden Ergebnissen: Im Dienstleistungsbereich entstehen immer mehr Stellen, während der Bedarf an Landwirten und Arbeitern sinkt. Und: Die Chancen unqualifizierter Arbeitssuchender verschlechtern sich im Laufe der nächsten Jahre weiter (- 8,5 Millionen).

Weniger Arbeitslosigkeit, höhere Gehälter, gedämpfte Stimmung

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen innerhalb der EU nimmt weiterhin ab - langsam aber sicher. Die Arbeitslosenquote hat sich von 7,7 Prozent im Vorjahr auf 6,9 Prozent in diesem Jahr verbessert. Auch in Bezug auf die Jugendarbeitslosigkeit ergibt sich ein rosiges Bild: Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen von 16,5 auf 14,9 Prozent verringert. Auch bei den Einkünften für die, die in Lohn und Brot stehen, hat sich einiges getan: Die Gehälter (d. h. der durchschnittliche Stundenlohn) wurden im Durchschnitt um 3,7 Prozent angehoben. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass diese Zahlen hauptsächlich dem Aufschwung in den neuen Mitgliedsstaaten zu verdanken sind, die noch dabei sind, aufzuholen und sich dem EU-Niveau anzugleichen. In den westlichen Staaten stagnieren die Zahlen, die Lebenshaltungskosten steigen, Unsicherheit macht sich breit und Streiks werden häufiger. Bahnt sich eine Finanzkrise an?

Kosovo: Anerkennung ohne Anerkennung?

Weder im Europäischen Parlament noch im Rat konnte in der Frage der Unabhängigkeit des Kosovo ein Konsens erreicht werden. Einige Staaten fürchten, dass eine Anerkennung des neuen Staats zu einer Kettenreaktion führen könnte. Andere Stimmen wiederum betonen den Ausnahmecharakter der Situation - besonders in Hinsicht auf die ethnische Säuberung - und unvermeidbare Unabhängigkeit der serbischen Provinz. In einem Punkt jedoch sind sich die Europäer einig: Ob man das Kosovo als unabhängigen Staat anerkennt oder nicht, die Vorgänge dort müssen von der EU politisch begleitet werden. Deshalb haben sich beispielsweise auch die Spanier, die die Abspaltung nicht anerkennen, dazu bereit erklärt, die Mission der EU vor Ort zu unterstützen... eine Mission, die den Aufbau des kosovarischen Staates zum Ziel hat.

Der Vertrag von Lissabon: Grünes Licht vom Parlament

Endlich: Das Europäische Parlament hat dem Vertrag von Lissabon am 20. Februar (mit großer Mehrheit) zugestimmt - ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Gegner des Vertrags, die durch empörte Zwischenrufe während der Sitzungen der letzten Wochen und zuletzt sogar mit Handgreiflichkeiten gegen die Amtsdiener des Parlaments auf sich aufmerksam machten, haben sich während der Demonstrationen in gelben T-Shirts, auf denen groß 'Referendum' stand, diesmal mit allzu lauten Unmutsäußerungen zurückgehalten. Wie geht es jetzt weiter? Nächste Woche wird in Bulgarien entschieden, noch vor dem 9. Mai ist dann Litauen an der Reihe. Die Volksabstimmung in Irland wird wohl erst im Mai, vielleicht sogar erst im Juni stattfinden.

Fotos: Arbeiter im Bereich Telekommunikation (Campus Party/flickr); Kosovarische Demonstranten (Swifty/flickr); Europaparlament (Cédric Puisney/flickr); Homepage: junge Kosovaren feiern die Unabhängigkeit ihres Landes(Swifty/flickr)