Politik

Einer geht noch

Artikel veröffentlicht am 27. Juni 2007
Artikel veröffentlicht am 27. Juni 2007

Bechern wie die Iren, Lappen, Polen oder Russen? - Trinkgewohnheiten in der EU

Es ist allgemein bekannt: man wirft gern mit Steinen, wenn man selbst im Glashaus sitzt. Und in Sachen Alkohol haben die europäischen Sprachen alle ihren speziellen Sündenbock.

Trinkt man in England zu viel, wird man beschuldigt "betrunken wie ein Ire zu sein" ('irish drunk').

Im nördlichsten Teil Europas, in Finnland, sind es die Lappen, die als die größten Trunkenbolde gelten: 'Kanissa Kvin lappalaiven'.

Bei den Franzosen ist der gute Napoléon für den Ausdruck "betrunken wie ein Pole" verantwortlich. Er soll seinen Truppen geraten haben, sich die Polen zum Vorbild zu nehmen. Diese galten zwar als notorische Trinker, waren jedoch nie wirklich betrunken.

Ein Ausdruck, der von den noch pragmatischeren Deutschen aufgegriffen wurde: jenseits des Rheins gilt jemand, der zu tief ins Glas geschaut hat, als "betrunken wie ein Pole am Zahltage". Arme Polen, die wahrscheinlich nicht ahnten, dass sie nach dem Vorurteil des "Säufers" auch noch mit einem anderen Nationalmythos zu kämpfen haben würden: dem polnischen Klempner.

Indessen ist übermäßiger Alkoholkonsum in Warschau eine Eigenschaft, die den Russen zugesprochen wird. Dort ist jemand, der dem Koma nahe ist, betrunken wie ein Moskauer ('pijany jak moskal').