Politik

Blitzwahlen in Griechenland lassen Konservative abblitzen

Artikel veröffentlicht am 5. Oktober 2009
Artikel veröffentlicht am 5. Oktober 2009
Was veranlasste Kostas Karamanlis dazu, vorgezogene Parlamentswahlen zu provozieren, wenn die Niederlage am 4. Oktober 2009 doch schon vorprogrammiert war?

Der 4. Oktober war für die Nea Dimokratia (die neue demokratische Partei) einer der schlimmsten Abende seit der Gründung der konservativen Partei im Jahre 1974. Pasok (die panhellenische sozialistische Bewegung) konnte der Konkurrenz über 10% der Stimmen ablaufen. Insgesamt kamen die Sozialisten auf 43,8% der Stimmen, die Konservativen gehen mit 34% in die Opposition. Die kommunistische Partei (KKE; 7,5%; 21 Sitze) und die radikal linke Koalition (Syriza; 4,6%; 13 Sitze) konnten ihre alten Anteile beibehalten. Die Rechtspartei LAOS (5,6%; 15 Sitze) konnte sogar ein paar Stimmen dazugewinnen, während die Stimmen für die grüne Partei überraschend zunahmen (2,5%). Trotzdem reichte es im Rahmen der 3%-Hürde nicht für einen grünen Sitz im griechischen Parlament. Währenddessen gibt es Strukturprobleme in Griechenland. Die neue Regierung muss das Land aus der Wirtschaftskrise führen und die Beziehung zwischen dem politischen System und den Bürgern wiederherstellen. Der Vorsitzende der Opposition, George Papandreou, hat eine persönliche Wette gewonnen und will nun auch eine „persönliche“ Regierung bilden. Wird es mit dem Rücktritt des konservativen Vorsitzenden Kostas Karamanlis nun Zeit, dass die derzeitige Außenministerin Dora Bakogianni das Ruder übernimmt?