Mjam Yum

"Die Französische Küche hat noch ein paar trümpfe im ärmel"

Artikel veröffentlicht am 7. März 2014
Artikel veröffentlicht am 7. März 2014

Er ist der auf­stei­gen­de Stern der fran­zö­si­schen Gastronomie: Oscar Gar­cia, knapp 25 Jahre alt, hat beim zwei­fa­chen Ster­ne­koch Franck Pu­telat ge­lernt. Der Guide Mi­che­lin 2014 hat ihm nun sei­nen ers­ten Stern ver­lie­hen und damit sein Re­stau­rant La Table d’Uzès in Süd­frank­reich ins Rampenlicht gerückt.

Ca­fe­ba­bel: Mit knapp 25 Jah­ren haben Sie Ihren ers­ten Mi­che­lin-Stern er­hal­ten. Wie fühlt man sich dabei? 

Oscar Gar­cia: Es ist eine wirk­lich tolle An­er­ken­nung für viel harte Ar­beit. Für einen jun­gen Koch ist ein Stern fast so etwas wie der Hei­li­ge Graal. Es ist wie ein Traum, der wahr wird. Als wir das Re­stau­rant La Table d’Uzès er­öff­net haben, war der erste Stern ein er­klär­tes Ziel. Und nun haben wir ihn frü­her be­kom­men als er­hofft.

Ca­fe­ba­bel: Wie stark sind Sie mit der fran­zö­si­schen Küche ver­wur­zelt?

Oscar Gar­cia: Völ­lig. In mei­ner Re­gi­on fin­det man sehr viele aus­ge­zeich­ne­te Pro­duk­te, an Land wie im Was­ser. Und genau dar­aus schöpft die fran­zö­si­sche Küche ihre Krea­ti­vi­tät: aus dem brei­ten Spek­trum an Pro­duk­ten und dem Re­spekt im Um­gang mit den Zu­ta­ten, mit denen wir ar­bei­ten. Wir re­spek­tie­ren die Jah­res­zei­ten und ser­vie­ren im De­zem­ber keine To­ma­ten!

Ca­fe­ba­bel: Glau­ben Sie, dass die französische Küche in eine ro­si­ge Zu­kunft blickt?

Oscar Gar­cia: Ja, auf jeden Fall. Erst­mal müs­sen wir gegen das Vor­urteil an­kämp­fen, dass die fran­zö­si­sche Küche teuer ist, denn das stimmt so nicht. In mei­nem Re­stau­rant kann man für einen ver­nünf­ti­gen Preis sehr gut essen (das Mit­tags­me­nü kos­tet 25 Euros). Und die Tat­sa­che, dass der Guide Mi­che­lin jun­gen Chef­kö­chen eine Platz ein­räumt, be­weist, dass die fran­zö­si­sche Küche noch lange leben wird.

Ca­fe­ba­bel: Er­zäh­len Sie uns etwas über Ihr Lieb­lings­ge­richt?

Oscar Gar­cia: Ei­gent­lich hab ich kei­nes. Ich hab es mir aber zur Auf­ga­be ge­macht, die tra­di­tio­nel­len Ge­rich­te mei­ner Re­gi­on neu zu in­ter­pre­tie­ren. Ich denke da zum Bei­spiel an die Bran­da­de de Morue (pro­ven­za­li­sches Ge­richt aus zer­klei­ner­tem Stock­fisch, Knob­lauch, Oli­ven­öl und Sahne) oder den Stier aus der Ca­mar­gue. Ich ver­wand­le diese Ge­rich­te, mache das Pro­dukt zum Star.

Ca­fe­ba­bel: Was wird sich für Sie mit dem neuen Stern jetzt än­dern?

Oscar Gar­cia: Haupt­säch­lich wird sich die Zahl der Gäste än­dern. Ein ers­ter Stern hilft dabei, auch in der Ne­ben­sai­son die Ti­sche zu fül­len. Das ist in un­se­rer Re­gi­on der Win­ter, denn Tou­ris­ten kom­men v.a. im Som­mer. Ein Stern wird viel­leicht die Leute dazu brin­gen, ein paar Ki­lo­me­ter wei­ter zu fah­ren, um un­se­re Küche zu ge­nießen!

Ein­fach kos­ten: La Table d'Uzès, 18 rue du Doc­teur Blan­chard, 30700 Uzès, Fran­ce