Lumière und die dunkelheit

Taschendiebe im Europäischen Parlament

Artikel veröffentlicht am 6. März 2008
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Artikel veröffentlicht am 6. März 2008
(Foto: Dukal)Ein dänischer Euroabgeordneter ist der Modernste in der europäischen Kommission, die über die Angelegenheit debattierte: er bat seine Kollegen, zugunsten einer Veröffentlichung des Reportes zu votieren. Dieser Bericht zeigt, wie Teile der Gelder, Holzunternehmen und Altenpflegeheime gestoppt haben.
Wie großzügig doch unsere Euroabgeordneten sind und so besorgt, um die europäische Flora und Fauna und dass unsere Alten sich nicht einsam fühlen.

 Dukal Brüssel macht seit Neuestem auf Retro. Während in den Schaufensterauslagen der Kleidungsboutiquen die 80ziger zu bewundern sind, ist im europäische Parlament gerade das Mittelalter in. Gerade wurde ein Report veröffentlicht, welcher zeigt, auf welch fragwürdige Weise so manche europäischen Abgeordneten mit Löhnen haushalten. Aber keine Panik, die selben haben auch beschlossen, dies nicht öffentlich zu tun. Und alles schön nach demokratischer Abstimmung. Der Richter und der Gerichtete werden wieder zur selben Person. Schicke Mode à la vintage.

Auch bestätigt der Bericht, dass unsere Repräsentanten derart großartig sind, dass sie gleich für Weihnachten Extralöhne für ihre Mitarbeiter ausgeben und dies 20 Mal öfter als es erlaubt gewesen wäre (nur um eine Idee zu bekommen: ein Mitarbeiter kann bis zu einem Maximum von 17.000 Euro im Monat verdienen). Auch zeigte sich, das einige von diesen Mitarbeitern seltsamerweise die gleichen Konten besitzen, wie die Euroabgeordneten. Wie einfältig. Nicht, dass ich empört darüber bin, dass uns die Politiker berauben, daran gewöhne ich mich langsam. Aber wenigsten sollten sie es mit Eleganz tun. Ich würde sie bitten, von Wahlen und Transparenz abzulassen und uns direkt auszurauben, ohne Masken. Oder noch besser: ich würde ihnen empfehlen, sich diesen Film anzusehen und Notizen zu machen. Hier nur die Credits, damit sie sich von den Klängen des Pianos der Eingangssequenz verführen lassen können.

Das Kino hat kunstfertige Diebe geboren: die Ausgebuhten und in den , die schöne Heißblütige , oder das Strategenteam der mit an der Spitze, gehören zu meinen Favoriten

Ricardo DarínGastón Pauls „ Neun Königinnen“ „Marnie, die Diebin“ ”Ocean’s Eleven”George Clooney

Müsste ich aber einen Lieblingsdieb wählen, würde ich sicher und in diesem subtilen Überfall nehmen. Die zwei im Anzug, Redford mit Blumen, Newman mit Zigarre und Hut, elegant bis zum geht nicht mehr, und sicher mit mehr Klasse als unsere . Das sind wahrhaftige Diebe, ausgebufft und schon fast zum Liebhaben. In Fiktion, sicher, nicht, dass sie diese Miserablen von Brüssel vergessen.

Robert RefordPaul NewmanEuroabgeordneten

Cati Kaoe Die Taschendiebe sind los

Scheinbar war es die Woche des Diebstahls: die einen witziger als die andere. Ein britischer Abgeordnete, der Konservative , gestand, ein Zigarettenetui aus dem Haus der ehemaligen irakischen Vizepräsident gestohlen zu haben, welches nach dem Bombenangriff zerstört war. Die Polizei bat Jonson, es ihr zurück zu geben, aber er hat noch die Unverschämtheit zu erklären: „Sich ein Zigarettenetui von einem Tyrannen mitzunehmen ist nicht das Gleiche, wie eine 2.300 Jahre alte, antike Bronzestatue eines Königs aus der arkadischen Dynastie mitgehen zu lassen“.

Boris Jonson

Ich glaube, der einzige Grund, warum Du die Statue dagelassen hast, ist, weil sie nicht in Deinen Hosensack gepasst hast, Du Pfiffikus. Auch wenn er der Zeitung berichtete, es handle sich ohnehin nur um ein kleines Andenken. Jonson konnte sich eben nicht mit einem dieser typischen Postkarten von Bagdad zufrieden geben, auf welchen das Leid auf der Straße, die zerbombten Häuser und die auf dem Boden liegenden Toten zu sehen sind. Zufällig kandidiert Mister Jonson auch gerade für das Bürgermeisteramt von London und sieht in all diesem eine politische Verschwörung. Wie es auch sei, sollten Sie einmal in die britische Hauptstadt kommen, passen Sie auf ihre Rucksack auf und behalten Sie ihre Hosentaschen im Auge.

„The Daily Telegraph“

Welch lustigen Momente sie uns doch bescheren. Soviel Lachen kann ja nicht gesund sein. Damit ihnen ein bisschen die gute Laune vergeht, lass ich Sie nun mit dem schlechtesten Dieb der Kinogeschichte allein. Es ist doch besser, die Diebe der Fiktion zu genießen, als die Echten.

Traduktion: Teresa Bornschlegl