Lumière und die dunkelheit

Im Angebot: Geklonter Schinken zum halben Preis

Artikel veröffentlicht am 28. Januar 2008
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Artikel veröffentlicht am 28. Januar 2008
Jamon Serrano Geklonter Schinken ?

Bald wird es wohl völlig normal sein, im Supermarktregal Angebote wie „Geräucherter Schinken von geklonten iberischen Schwein – 4 Euro pro Kilo“ zu finden. Oder aus dem Lautsprecher eine kitschige Roboterstimme sagen zu hören: „Verehrte Kunden, heute extra für Sie: feiner Schafskäse- nur von ausgewählten Klonen mit bestem DNA. Kommen Sie in unsere Klonwarenabteilung und testen sie unsere neuesten Angebote!

Die Europäische Union ist kurz davor die Herstellung von Nahrungsmitteln aus geklonten Tieren zu genehmigen, und obwohl die Kinowelt diese Vision schon mit Filmen wie von Michael Bay oder von Roger Spottiswoode vorweggenommen hat, bleiben mir doch noch einige Zweifel. „Die Insel“ „Der sechste Tag“

Die Wissenschaft ist den Drehbuchschreibern immer schon mit ihren Errungenschaften auf den Sack gegangen, etwa wenn sie Ihnen mit der Erfindung des Handys tausende Verfolgungs- und Entführungsszenen versaut. Hoffentlich geht jetzt nicht auch noch die Eleganz von so manchem cineastischen Bankett verloren. Denn wie wäre wohl , wenn der fette Kajuna-Hamburger, den sich Jules Winnfield (ein unverbesserlicher Samuel L. JacksonPulp Fiction in der besten Rolle seines Lebens) kurz vor der Schießerei einverleibt, nun aus geklontem Rindfleisch gewesen wäre? Hätte es ihm genauso geschmeckt? Kämen das Schlemmen und der Hunger genauso realistisch rüber? Und würden wir diese Szene genauso genießen?

Was die Wissenschaft nicht mehr ändern kann, sind jedenfalls jene unvergesslichen Szenen, in welchen dekadente Menüs zu den Darstellern gehören. So die Szene, in welcher Charlie Chaplin in bester Manier seine alte Stiefelsohle mit soviel Genuss frühstückt als wäre es feinster norwegischer Lachs. Oder die andere historische Filmhommagen ans Essen wie „Das große Fressen“ , in der Mastroniani, Noiret und Piccoli sich zu Tode fressen, oder die Szene in „Jamón, Jamón“ , in der sich Javier Bardem die Brüste von Penelope Cruz mit Tortilla auf der Zunge zergehen lässt, die ganz sicher nicht die selbe Klasse hätte, wäre die Tortilla mit den Eiern von geklonten Hühnern gemacht worden

FameHunger? So wundern wir uns nicht, dass es nächste Weihnachten geklonte Gans gibt. Das einzige Problem, welches die Umsetzung dieser Tatsache noch verzögert, ist der „ungemütliche“ Bericht des Vereins für ethische Wissenschaft und Technologie“, welcher Zweifel ob „dem Ausmaß der Qual und der gesundheitlichen Probleme der geklonten Tieren“ anmeldet. Ich denke, die Europäer werden sich kaum um die Beschwerden irgendwelcher geklonten Garnelen kümmern, solange sie eine große Portion davon auf ihrem Teller haben. Ich jedenfalls nicht. Es wäre ja auch wirklich irgendwie scheinheilig, sich nun um das Leid von geklonten Langusten zu kümmern, während die Qual von vielen Nicht- geklonten Menschen beiseite gelassen wird. Wenn Ihr nicht mit mir einverstanden seid, könnt Ihr Euch ja das Video über Foie Gras ansehen und mir dann mitteilen, ob Euch das Klonen genauso wurscht ist, wie mir. Traducktion: Teresa Bornschlegl