Lumière und die dunkelheit

Drehbuchschreiber haben den Blues. Was ist bloß mit den Drehbuchschreibern los?

Artikel veröffentlicht am 26. November 2007
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Artikel veröffentlicht am 26. November 2007
Un moustacheGanz einfach: sie wollen mehr Geld. Ein höheres Einkommen oder, besser gesagt, einen Teil jenes Gewinnes, den die Unternehmen für andere, „nicht-herkömmliche“ Sender bekommen. Fakt ist, dass sie seit 15 Tage streiken, aber: habe sie das nicht schon seit 15 Jahren getan? Wenn man die Kinoprogramme so durchsieht, könnte man meinen, sie hingen schon seit Jahrzehnten nur über ihren Tasten, und zwar nicht unbedingt, um wirklich zu schreiben.

Oh, ich bin heute aber müde. Da adaptiere ich doch einfach einen Roman von . Oh, heute bleibe ich lieber im Bett, weil ich so großen Liebeskummer habe. Da mach ich einfach ein Remake von mit . Und sicherheitshalber verkleiden wir als Karotte, damit es nicht ganz so dramatisch rüberkommt. Achtung, Achtung: ich bin depressiv und somit in der Lage, mir eine der schlimmsten Naturkatastrophen auszudenken. Bei der lass ich dann und mitspielen, die halbnackt vor einem Wirbelsturm davon rennen. John Grisham „Pretty Woman“ Renée ZellwegerAdam SandlerTom CruiseSandra Bullock

Ich möchte unterstreichen, dass diese Kritik vor allem den Autoren Hollywoods gilt. Mir persönlich geht es nämlich auf den Sack, dass diese über die besten medialen Mittel des Planeten verfügen, ohne sie wirklich auszunützen. Sie beschweren sich einfach zuviel, bei den mediokren Arbeiten, die sie in Angriff nehmen und den eigentlich ausgezeichneten Bedingungen, unter welchen sie arbeiten. Vielleicht sollten sie mal von ihren europäischen Kollegen lernen, die doppelt soviel Talent, aber nur die Hälfte der Mittel besitzen und 2000 Lichtjahre entfernt sind, was Arbeitsverhältnisse und Einkommen betrifft. Momentan werden „Talk-Shows“ in Amerika nicht weiter gesendet. Werden wir in Europa das gleiche Glück haben? In der Zwischenzeit verschanzt sich die Industrie hinter dem, was die Produktion nicht riskieren will. Ok, aber zwischen „dem“ und gibt es eben nur einen kleinen Spalt… „Superman IV“

Obwohl dieser Streik, wie ich ja schon sagte, für mich nichts Neues ist. Haben sie nicht schon die ganzen Neunziger über verdeckt gestreikt, und, wie die Japaner, im Akkord gearbeitet und ein Überangebot an Audiovisuellem produziert? Dieser Horrortrailer ließ viele von uns das Schlimmste befürchten:

Glücklicherweise, handelte es sich dabei nur um eine Ente, auch wenn viele (ich ebenso) dies wirklich glaubten und das Ende der Filmgeschichte schon gekommen wähnten. Der Schnurrbartismus

Ein weiterer, interessanter Punkt ist die inflationär gebrauchte Entschuldigung: es gibt keine guten Filme, weil es keine guten Schauspieler gibt. In diesem Sinne, sehe ich mich verpflichtet auf ein enormes Loch in der Filmlandschaft hinzuweisen: der Schnurrbartismus. Der Schnurrbart ist ein magisches Element, absolut unerlässlich und Famulus des Lachens. Tatsächlich ist sein Können derart groß, dass er sogar einen Engländer in eine lustige Person verwandeln kann. Und zwar nicht in irgendeine, sondern in eines der größten Genies der Geschichte: . Charles Chaplin

Andererseits, macht es uns der marxistische Einfluss diese Blogs unmöglich, unsere Liebe zu dem witzigsten Schnurrbart überhaupt zu leugnen: dem vom . Die Marx-Brothers sind der beste Beweis einer guten Stimmung, mit einem Mann an der Spitze, der beschloss, sich einen, zu seinem Elsässer Aussehen völlig unpassenden, Schnurrbart zu malen. Das ist die Vision der Zukunft: ich habe alles, was ich zum Erfolg brauche, hat doch ein Schnurrbart noch niemanden vergrämt. Es liegt nicht daran, dass er ein großer Schauspieler ist. Sein Schnurrbart hilft ihm, geniale Rollen zu spielen. Groucho Marx

Seitdem gab es dann ein Loch, dass einzig allein ein Herr aus Cádiz (Ohio) füllen konnte, der hieß. Seine schnurrbartären Motive waren allerdings ein wenig arroganter, malte er sich doch den Schnurrbart nur, um seine Unterlippe ein wenig voller erscheinen zu lassen. Feinde mit Schnauzer, wie , beneideten diesen amerikanischen Desperado sogar derart, dass während des Krieges eine Belohnung für seine Gefangennahme ausgeschrieben wurde, da Gable während des Konfliktes bei der amerikanische Luftflotte angeheuert hatte. Trotzdem ist Gable, im Gegensatz zu seinen Landesgenossen im Süden Europas, kein Typ, der für seinen Humor bekannt war. So bevorzugte er es, dem Publikum ein anderes Register zu zeigen und spielte bei Meisterwerken wie oder mit. Clark GableAdolf Hitler„Happened one night“ „Vom Winde verweht“

Seither, einiges an Cantinflas. Nur dieser vielseitige Mexikaner mit Eigennamen konnte es noch herausreißen. Später dann, gähnende Leere, der Tod des Schnurrbarts. oder , zwei bedächtige Schnurrbartträger, die weniger amüsant sind als eine Schamharrrasur, sind dafür ein Beispiel. Charles BronsonChuck Norris

Ihr seht: Im Kino gehen sich Schnurrbärte aus, wie der Wiener sagt. In der Politik hingegen, sind sie schon seit langer Zeit nicht mehr lustig. Juan Andrés Gallego y Fernando G. Acuña

Traduktion: Teresa Bornschlegl