Lifestyle

Zahltag: Knutschen bis die Keime kommen

Artikel veröffentlicht am 12. Februar 2016
Artikel veröffentlicht am 12. Februar 2016

Jeder Zentimeter unseres Körpers ist übersät von Millionen Mikroben. Allein in der schleimigen Mundhöhle tummeln sich 700 verschiedene Bakterien-Arten. Ein unverfängliches Busserl entpuppt sich als riesige Transfer-Aktion. 40 000 Bakterien sind auf Wanderschaft. Gut, dass wir beim Küssen mit unseren Gedanken meistens ganz woanders sind. Unsere Zahl der Woche

Mal stürmisch, mal zärtlich, mal knabbernd, mal saugend – Küssen elektrisiert, macht glücklich und gesund. Mit jedem Lippenbekenntnis boosten wir unser Immunsystem. 40 000 Parasiten, darunter 250 Bakterien-Arten, 0,7 Gramm Albumin, 0,45 Gramm Fett und 0,18 Gramm organische Substanzen, befördern wir in den Mund unseres Gegenübers. Die Zahl der weißen Blutkörperchen und der natürlichen Killerzellen im Blut steigt. Die Antikörperproduktion läuft auf Hochtouren. Vitamin-Brausetablette, Lutschdrop und Kollegen können da einpacken. 

Wenn dann noch die Zunge mit ins Spiel kommt, gibt es aus Sicht der Bakterien kein Halten mehr. Bei einem zehnsekündigen Zungenkontakt sind 80 Millionen Keime unterwegs. Forscher der niederländischen Organisation für Angewandte Forschung haben 2014 ein Experiment mit 21 Paaren durchgeführt und die bakterielle Völkerwanderung wissenschaftlich nachgewiesen.

Valentinstag-Fans bleibt bei der Vorstellung dieses Bakteriencocktails vermutlich die Spucke weg. Romantische Zweisamkeit hört sich anders an. Doch medizinisch gesehen bewirkt ein leidenschaftlicher Kuss im menschlichen Körper wahre Wunder: Der Herzmuskel wird gestärkt, die Körpertemperatur steigt an, Adrenalin und Dopamin lindern Schmerzen und die Kalorienverbrennung wird auch noch angeschmissen.

Der derzeitige Weltrekord im Dauerküssen liegt bei 58 Stunden, 38 Minuten und 58 Sekunden. Zugegeben, etwas übereifrig und kein alltagstauglicher Richtwert für die eigene Knutscherei, doch in jedem Fall eine anregende und kostengünstige Alternative zur handelsüblichen Krankheitsvorbeugung.