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Zahltag aus Estland: In 20 Minuten zum Firmenboss

Artikel veröffentlicht am 23. Februar 2016
Artikel veröffentlicht am 23. Februar 2016

Internet in Estland ist ein zweischneidiges Schwert. Es überwacht einerseits seine Nutzer und baut die Vormachtstellung von Google aus. Andererseits gehört der staatliche Verwaltungsapparat zu den modernsten in ganz Europa. 

Estland ist innerhalb der EU digitaler Vorreiter. Und das, obwohl die Internetnutzung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern langsamer anlief. Im Jahr 2001 waren nur 32% der Esten online. Aus dem World Development Report 2016, den die Weltbank herausgegeben hat, geht hervor, dass Estland zu den führenden Ländern im E-Government gehört.

Jeder, der in Estland heutzutage sein eigenes Unternehmen gründen möchte, muss sich nur 20 Minuten Zeit nehmen, um die legalen Formalitäten abzuwickeln. Alles online, natürlich. Steuererklärung dauert nur 5 Minuten. 95% der Esten haben auf diese Weise die Nerven ihres Sachbearbeiters geschont.

Frei und demokratisch wählen können die Esten auch im Internet: 30,5% des Wählerschaft hat diesen Service bei den letzten Parlamentswahlen in Anspruch genommen. 

Der estnische Präsident Toomas Hendrik schreibt: „Dies alles geschah nicht über Nacht. (…) Wir haben früh gemerkt, dass wir ohne eine ehrgeizige Digitalstrategie, Gefahr laufen, Institutionen von gestern zu gründen, anstatt die technologischen Errungenschaften von morgen zu nutzen.“

Wann wird der restliche Teil Europas dem estnischen Modell nachkommen und auf Online-Services setzen?

Wählerstimme per Internet abgeben? Yes, you can und zwar in Estland.