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Von großen Brüsten und heiligen Redensarten

Artikel veröffentlicht am 12. August 2010
Artikel veröffentlicht am 12. August 2010
Es ist allgemein bekannt, die weibliche Brust war schon immer ein Objekt der Faszination und typisch für die Darstellung der Frau in der europäischen Kultur. Instrument der Entzückung, hat die Brust aber auch eine Ernährungsfunktion. Selbst wenn diese Art der Ernährung nach der Zeit in der Babytragetasche vorbei ist – die Inspiration des Mannes wird durch die Brust weiter genährt.
Und da die weibliche Brust den Rahmen der männlichen Vorstellungskraft sprengt, verblüfft sie ihn immer wieder. Es verschlägt ihm die Sprache. Er sucht nach Worten.

Denn der Hauch der Kreativität verlässt den Mann ganz schnell, wenn es darum geht, einen üppigen Busen zu beschreiben. Sicherlich angeregt durch die Ernährungsfunktion der weiblichen Brust, sind Anspielungen darauf gang und gäbe in Europa. So herrscht in Italien der Bezug zur Milch vor: „Ha una latteria sotto il reggiseno“ („Sie hat eine Milchfabrik“). In Spanien gibt man ebenfalls Butter bei die Fische, indem man den Busen mit einer der größten Früchte auf dem Markt vergleicht: „tiene un buen par los melones“ („Sie hat ein gutes Paar Melonen“). Aber als Folge einer kleinen Auseinandersetzung ziehen es die Spanier vor, doch die Persönlichkeit der entsprechenden Dame zu berücksichtigen, mit „tiene un gran pechonalidad“ (eine Mischung aus Persönlichkeit und „pécho“, dem Busen“). Man gelobt also Besserung …

In Deutschland und Frankreich spielt eher der architektonische Aspekt eine Rolle. Der Franzose sagt „Alle Welt ist auf dem Balkon“ („il y a du monde au balcon“) - in Anlehnung an das Bauwerk, welches eine große Oberweite erahnen lässt. Der Deutsche drückt es brutaler aus: „Sie hat viel Holz vor der Hütte“. Möglicherweise wird hier gedanklich die Verbindung zwischen dem Brennmaterial und der Hitze hergestellt, die ein Paar Brüste verbreitet …

In England ist es besser, Gentleman zu bleiben, denn „boobs“ („Busen“) bedeutet auch „Idiot“. Und so hört man öfter - Versprecher oder nicht – dass die königliche Familie sich mal wieder lächerlich macht („make boob of themselves“).

Für alle die denken, dass große Brüste sie kalt wie Marmor lassen: Ein iranischer Bericht bestätigt, dass Dékolletés Erdbeben auslösen. Eine wissenschaftliche Studie hingegen versucht zu beweisen, dass das Anschauen des weiblichen Busens die Lebenserwartung verlängert. Was zeigt: „One boob a day keeps the doctor away“ („Ein Busen am Tag hält den Doktor fern“).

Artikellogo ©Henning Studte ;Video ©arven979/YouTube