Lifestyle

Uli Hoeneß ist auf die (Brat-)Wurst gekommen

Artikel veröffentlicht am 29. April 2013
Artikel veröffentlicht am 29. April 2013
Uli Hoeneß sorgt seit seiner Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung für Schlagzeilen. Doch nicht nur sein Haftbefehl ist in aller Munde - auch die Bratwürste des FC Bayern-Präsidenten dürften zum Auftakt der Grillsaison bald auf so einigen Tellern landen. Denn Hoeneß ist nicht nur auf dem Fußballplatz ein Großer, sondern auch im Wurstgeschäft.

„Besser essen aus Eigenproduktion“ scheint der Trend in der Welt der Stars und Sternchen zu lauten: Während sich Prinz Charles in Großbritannien seinem Bio-Bauernhof widmet, hat sich der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Danny De Vito auf seine italienischen Wurzeln zurück besonnen und sich mit seinem eigenen Limoncello ins Likör-Business gestürzt. Auch Cliff Richard hebt gern mal das ein oder andere Gläschen, seit er stolzer Besitzer eines Weinbergs in Portugal ist. Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, gesellt sich zur illustren Gesellschaft nahrungsmittelproduzierender Promis - auch wenn der 61-jährige sein zweites Standbein nicht in der „Haute Cuisine“ gefunden hat wie seine Kollegen. Sein Spezialgebiet: Wurst!

Und, natürlich: Wurst in allen Farben, Formen und Längen - glaubt man wikipedia, findet man in Deutschland die weltweit größte Vielfalt an Wurstsorten. Die Wurstrepublik Deutschland zeichnet sich durch ihre regionalen Spezialitäten aus: eine der berühmtesten ist die „Original Nürnberger Rostbratwurst“, deren Bezeichnung seit 2003 sogar durch die EU-Kommission geschützt ist. Damit sich eine Bratwurst eine ‚echte‘ Nürnberger nennen darf, muss sie nach einer bestimmten Rezeptur aus dem 14. Jahrhundert aus gebrühtem Schweinefleisch, gewürzt mit Majoran, hergestellt worden sein - und zwar im Stadtgebiet von Nürnberg

Neben zahlreichen Metzgereien haben nur vier große Industriebetriebe das Privileg der Bratwurstherstellung Nürnberger Art - einer davon wurde 1985 von Hoeneß und einem Geschäftspartner ins Leben gerufen. Den bislang größten Coup landeten sie 2010 mit dem Nürnburger, einer Variante des klassischen Hamburgers, bei der das Hacksteak kurzerhand durch ein paar von Ulis Bratwürstchen ersetzt wurde. Der Deal mit McDonald’s scheint durchaus lukrativ gewesen zu sein: dafür verabschiedete sich Hoeneß dann doch von seinem Grundsatz, Sport- und Wurstgeschäft nicht zu vermischen.

Wie die Franzosen auf ihre als Weltkulturerbe gebrandete Cuisine lassen die Mittelfranken nichts auf ihre Würstchen kommen – dafür kämpft zumindest der Schutzverband Nürnberger Bratwürste e.V. im Rahmen des Projekts „Weltgenusserbe Bayern“.

Ganze Regionen identifizieren sich mit ihrer „Lieblingswurst“: Die bayerischsten Bayern leben südlich des Weißwurstäquators und der Regionalstolz eines Thüringers lässt es nicht zu, die Nürnberger Bratwurst ihrem ostdeutschen Äquivalent vorzuziehen. Die Wurstbesessenheit der Deutschen geht sogar so weit, dass man sich fragen kann, wann die „Kuschelwurst“ wohl den guten alten Teddybär ablösen wird. Wer genauer in die Thematik einsteigen möchte, dem sei ein Besuch des Bratwurstmuseums empfohlen. Und, wer weiß - falls Hoeneß nach dem Steuer-Skandal alternative Ideen im Wurstgeschäft aufzeigen will, kann ich als Vegetarierin vielleicht bald Original Nürnberger Veggie-Bratwürste à la Hoeneß auf den Grill werfen. Na dann, guten Appetit!

Fotos: Teaser: (cc)Dirk_Vorderstraße/Flickr; im Text: Uli Hoeneß ©Facebookseite Uli Hoeneß; Bratwürste: Screenshot HoWe