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Qwant, europäische Alternative zu google

Artikel veröffentlicht am 10. Juni 2015
Artikel veröffentlicht am 10. Juni 2015

"Little Brother is NOT watching you." So ungefähr könnte man die berühmte Orwell-Phrase umdeuten, wenn man von Qwant spricht, dem europäischen (Möchtegern)Konkurrenten von google.

Europa steht auf Kriegsfuß. Der alte Kontinent will das Leadership im Digital- und Innovationsbusiness ins Visier nehmen. Aber hauptsächlich steht Europa einem Kontrahenten gegenüber: den USA und deren niederschmetternder digitaler Alleinherrschaft.

Während die europäische Jugend mit ihren iPhones bewaffnet die Tage damit verbringt, auf google, Facebook, Twitter und Instagram zu surfen, präsentiert die Europäische Kommission ihre Strategie für einen Digitalen Binnenmarkt.

Die Wettbewerbskommissarin, Dänin Margrethe Vestager, startete ihrerseitz kürzlich eine Offensive gegen google und dessen « dominante Position », mit der die Suchmaschine Wettbewerber ausbremse. Die Sanktionen für den amerikanischen Riesen könnten sich auf über 6 Milliarden Euro belaufen. 

Alternative zu google?

Unterdessen präsentieren eine Handvoll Gallier ihre neueste Verteidigungsmaschinerie: eine Suchmaschine made in Europe namens Qwant. 2011 gegründet, hat die Suchmaschine vor wenigen Wochen ihre neueste Version präsentiert. Das Ziel von Qwant? Eine andere Art der Recherche im Netz möglich machen und somit das Vertrauen europäischer Surfer zurückgewinnen. 

Man hatte es ja schon fast nicht mehr für möglich gehalten, dass man eines Tages auf ein anderes Logo auf seiner Startseite stoßen könnte, als das von google… Aber warum eigentlich nicht?

Das Grafikdesign von Qwant ist ziemlich ansprechend. Die Rechercheresultate werden in drei Spalten aufgelistet: Web, News und Social. Mit den dazugehörigen Bildern, die oben auf dem Bildschirm aufgelistet werden, hat man mit einem Klick einen kompletten Überblick über die verschiedenen Aspekte einer Recherche.

Qwant existiert in 25 Ländern und 16 Sprachen und betitelt sich als DIE europäische Suchmaschine. Es will da zuschlagen, wo es gut tut, nämlich in puncto Datenschutz und Privacy. Facebook sammelt, ehe man sich’s versieht, all unsere persönlichen Daten, google kann all unsere E-Mail-Konversationen nachverfolgen, unsere Spaziergänge, unsere Interessen… vielleicht irgendwann sogar unsere Gedanken.

Qwant hat sich im Gegensatz dazu auf die Fahnen geschrieben, Personendaten zu schützen, Cookies zu verbannen (und wir sprechen hier nicht über Kekse aus Amsterdam) und Gleichheit zu fördern – die Rechercheergebnisse sind für jeden User gleich.

Warum also nicht versuchen, unsere Gewohnheiten zu durchbrechen. Gehört es nicht zum Internet, sich ständig zu neuern, Alternativen zu bieten, seinen virtuellen Status upzudaten? Es ist an der Zeit, all diese Alternativen auszuprobieren. Und keine Sorge, google weiß sowieso davon.