Lifestyle

Leben wie Gott in Madrid

Artikel veröffentlicht am 28. August 2013
Artikel veröffentlicht am 28. August 2013

Wo ihr immer ihr euren Sommer verbringt - ob in Frankreich, Madrid oder Indien, im Teig und im Klee oder gar als Maharadscha oder Pascha – lasst es euch gut gehen! Im dieswöchigen Turm zu Babel lest ihr, was die Europäer in solch paradiesischen Zeiten zu sagen pflegen.

Auch wenn Frankreich selbst gerade mit der Tristesse kämpft, im deutschsprachigen Raum steht die Grande Nation immer noch für savoir vivre. Gute Musik, köstliches Essen, malerische Landschaften, beste Gesellschaft. Wer es sich so gut gehen lässt, der führt ein „Leben wie Gott in Frankreich.“ Die Redensart stammt vermutlich noch aus der Zeit, als der Hof von Sonnenkönig Ludwig XIV. strahlendes Vorbild in Europa war und Adelige und Geistliche in Frankreich besonders luxuriös – und besonders abgehoben – lebten.

Vielleicht ist es dem revolutionären Furor über diese Zustände zu verdanken, dass die Franzosen selbst einen anderen Ausdruck bevorzugen. Wahrlich revolutionär kommt dabei dem gallischen Hahn die Ehre zu, im Überfluss zu schwelgen. „Wie ein Hahn im Teig“ („comme un coq en pâte“) lebt der republikanisch gesinnte Franzose.

Gesünder geht es in Großbritannien zu, wo Sorglose und Müßiggänger „im Klee leben“ („to live in clover“). Das Vereinigte Königreich kennt aber auch – nomen est omen – den Ausdruck „Leben wie die Könige“ („live like kings“). Da wird die Aufregung um den kleinen Prinz George doch gleich ein bisschen verständlicher. 

Die Polen können Königen, Tieren und Pflanzen weniger abgewinnen, dafür hätten sie es gerne etwas wärmer und sonniger. „Leben wie in Madrid“ („mieć życie jak w Madrycie“) heißt es da, wenn jemand seine Zeit in vollen Zügen genießt.

Die Spanier selbst zieht es weit in die Ferne. Die Unbeschwerten und Reichbeschenkten in Spanien „leben wie ein Maharadscha“ („vivir como un marajá”), jene märchenhaft reichen indischen Herrscher.

In Italien träumen die Glücklichen hingegen davon, zu „leben wie ein Pascha“ („vivere come un pascià“). Der Ehrentitel gebührte hohen Beamten und den erstgeborenen Söhnen des osmanischen Sultans, die bis zu ihrer Herrschaftsübernahme in Saus und Braus lebten. 

Auf der Webseite unseres Cartoonisten Henning Studte stöbern:

www.studte-cartoon.de