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Kleines ABC der europäischen Kosenamen

Artikel veröffentlicht am 17. April 2013
Artikel veröffentlicht am 17. April 2013
Sonnenstrahlen, Blumenwiesen und Schmetterlinge im Bauch: endlich Frühling(sgefühle)!! Aber wie nennt man seine Liebsten eigentlich in Holland, Ungarn oder der Türkei? Europäischen Verliebten fehlt es nicht an Kreativität: Inspirationen kommen von Kannibalen, Astronomen, Tierfreunden oder Feinschmeckern. Hier findet ihr ein Glossar der gebräuchlichsten und kuriosesten Kosenamen in Europa.

Dieses romantische ABC könnte dir nützlich werden, wenn du das süße Mädchen aus Aserbaidschan treffen, in Finnland bei jemandem landen oder einfach nur lachen willst. Falls du einen Europatrip planst und dich auf die (oder mit den) Einheimischen einlässt, solltest du dieses Mini-Wörterbuch immer greifbereit haben. Vor allem, wenn du immer noch an unterirdische Kitsch-Klassiker wie „Dein Vater muss ein Dieb sein, dass er die Sterne vom Himmel stiehl und dir in die Augen legte...“ glaubst. Der Knackpunkt beim Flirten in Europa ist, sein attraktives Gegenüber in seiner/ihrer Sprache zu überraschen.

A wie Amore(Liebe)

Die italienische Art seinen oder seine Dolce zu bezeichnen. Es gibt doch nicht nur Bunga Bunga im Stiefel.

B wie Bébé d'amour(Liebesbaby)

Wie jetzt – Liebesbaby? Doch, doch… die Franzosen sagen das tatsächlich. Liebe heißt in Frankreich anscheinend eben auch Liebe (und Babys?) machen.

C wie Cariño(Liebling)

Dieses Wort sollte man unbedingt kennen, wenn man in Spanien keinen calabazas (einen Korb) bekommen will.

D wie Dropje(Lakritze)

Sie stellen es her, essen es und lieben es über alles: Lakritze. Und mehr noch: Die Niederländer nennen ihre Geliebten wie ihre Lieblingssüßigkeit.

Nicht nur in Holland geht Liebe manchmal auch durch den Magen...

E wie Erazanqneris Taguhi(Königin meiner Träume)

Komplizierte Aussprache? Wenn du Armenien entdecken willst, musst du dich eben ein bisschen anstrengen. Versuch’s! Erazank… Erazanq…

F wie Fıstığım(Pistazie)

Die Araber brachten sie aus Persien nach Europa. Heute haben die Türken die Pistazie fest in ihren Liebeswortschatz integriert. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, „meine kleine Pistazie“ genannt zu werden?

G wie Gomba(Pilz)

Ob Steinpilz oder Champignon - das macht kaum einen Unterschied. Ungarische Mädchen werden gerne liebevoll als „Pilz“ bezeichnet. Haltet euch aber von den giftigen fern!

H wie Honey(Honig)

Jetzt sind wir bei den unersättlichen Schleckermäulchen angekommen. Falls dein Herz im Vereinigten Königreich schlägt, ist es Zeit für einen Löffel voller Liebe. Winnie the Pooh würde vor Neid gelb werden.

I wie Ihana(lecker)

Nach Finnland gehen, ohne dieses Wort zu kennen? Undenkbar! Es ist quasi universell verwendbar und wird immer etwas Positives bedeuten: „gut“, „wunderbar“, „lecker“, „wunderschön“, „süß“…

L wie Linda(hübsch)

Und wieder ein Tausendsassa: Du kannst es sowohl in Portugal als auch in Spanien nutzen. Portugiesische Frauen sind Lindas und tragen auf gar keinen Fall bigodes (Bart).

M wie Mieloj(Honig)

Liebe… mindestens so süß wie Honig! Die Litauer scheinen ähnliche Schleckermäuler zu sein wie die Briten.

N wie Najdroższa(Kostbarkeit)

Das allseits bekannte Kochanie - Polnisch für „meine Geliebte“ ist doch langweilig! Versuch’s mal mit Najdroższa und zeig den Gentlemen oder Ladies, die du getroffen hast, dass du sie für kostbar hältst.

O wie Olló(Schere)

Der Preis für den kreativsten Ausdruck geht auf jeden Fall an die Ungarn. Wer sonst würde seinen Schatz „Schere“ nennen?

P wie Pişiyim(Kätzchen), Papatyam(meine Kamille) oder wie Pamuğum(meine Baumwolle)

Der Buchstabe „P“ birgt jede Menge kreative Kosenamen: Aserbaidschaner nutzen traditionell den Ausdruck „mein Kätzchen“. Türken dagegen sind ein wenig verrückter, was ihre Kosenamen angeht: Papatyam („meine Kamille“) oder Pamuğum („meine Baumwolle“). Allerdings sollte man sich wundern: Warum Baumwolle und nicht Seide? Billige Liebe?

Q wie Quietschentchen

Oh, wie süß! Deutsche nennen ihre Liebsten eben manchmal auch Quietschentchen!

R wie Raring(süß)

Manche sagen, dass Menschen aus nordischen Gefilden nicht so temperamentvoll sind. Auch was die Liebe angeht? Scheinbar. Schweden bleiben mit „meine Liebe“ oder „Süße“ eher traditionell-zurückhaltend.

S wie Sonche(Sonne)

Wieso nicht nach den Sternen greifen? Das tun zumindest Mazedonier. Sie nennen ihre Geliebten „Sonne“.

T wie (Nadel)

Es sind wieder die verrückten Liebenden in unserem Glossar. Die Ungarn benutzen auch „Nadel“ als Kosename. Ist es einfacher durch ein Nadelöhr zu gehen, als die Liebe zu finden?

Ausgefallene Kosenamen scheinen eine ungarische Spezialität zu sein.

U wie Ujj(Finger)

„Ich liebe dich mein… Finger!“ Wer könnte einen ähnlichen Kosenamen erfinden? Richtig: Die Ungarn erfreuen sich daran ihren Schatz „Finger“ zu nennen.

V wie Vishenka(Kirsche)

Die Russen bewegen sich zwischen gewöhnlich und extravagant. Russische Frauen sind „Kirschen“. Wahrscheinlich auf dem Sahnehäubchen eines Kuchens.

Z wie Zemer(Herz)

Was ist romantischer als ein „Herz“? Damit liegst du niemals falsch… auch nicht in Albanien!

Übrigens: Falls du jemals im Kosovo sein solltest, vergiss die Redewendung „Ta ha zemrën!” („Ich werde dein Herz essen!“) nicht. Das hört sich vielleicht ein wenig grauenvoll an. Die Einheimischen werden dir allerdings versichern, dass es nichts Romantischeres gibt, als deinem Schatz diesen Satz ins Ohr zu hauchen. Und angesichts dieser Fülle an europäischen Kosenamen bleibt uns nichts anderes als zuzustimmen, uns zurück zu lehnen und zu seufzen: „Ahhhh, l’amour…!“

Illustrationen: Teaser (cc)Carissa A. Thrush/Flickr; im Text: Karikatur ©Henning Studte; Fotos (von oben nach unten): (cc)Madalena Pestana/Flickr; (cc)Iñigo Cañedo/Flickr