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Geilomat

Artikel veröffentlicht am 18. November 2013
Artikel veröffentlicht am 18. November 2013

Cafébabel hat eine neue Praktikantin. Die neue Praktikantin war noch nicht so alt und weise wie die anderen klugen Journalisten, aber das wollte sie natürlich nicht zugeben. Um ein bisschen älter zu wirken,  sprach sie immer mit lauter Stimme, das konnte die kleine Praktikantin gut. Und was gut war, war automatisch GEIL, so sagte sie das. 

Die anderen Großen lachten über das Wort. Als sie einen Turm zu Babel bauen durfte, war sofort  klar, wovon er handeln musste.

Im Althochdeutschen war eine besonders dicht und grün bewachsene Grasfläche eine Geilstelle. Das altenglische gal kommt der heutigen Bedeutung aber noch am nächsten: lüstern. Trotzdem: mit geil verbindet die coole Praktikantin eher eine super Sache als „von jemandem sexuell angezogen zu sein“. 

Der italienische Redakteur links fand die Idee hingegen nicht so ‚Muschi‘, also nicht so fico.  

Nicht so schlimm, die Polin schräg rechts würde sofort ‚mit dem Billardstock die Kugel stoßen‘: Sztos, ist das polnische geil. Andere Bedeutung von Sztos: ein Verbrecher, der ordentlich Kohle macht. Eigentlich aber hat das Wort heute genau wie im Deutschen und Italienischen einen anderen Hintergrund: schlicht Sex.

Schlicht Sex? Ohlàlà, bitte nicht für die Franzosen, bei denen bleibt es auch beim höchsten Gefühl brav, auf der anderen Seite des Rheins heißt es: un truc de ouf (verlan: fou. Ja diese Sprache, in der man alles umdreht gibt es auf bizarre Weise immer noch): wortwörtlich eine verrückte Sache! Oder die Franzmänner lassen sich  ein bisschen vom Spanischen und Englischen angehauchen: coolos und top geht auch. Naja, nicht so geil.

Noch braver aber – wen wundert’s: die Spanier: Wenn die etwas toll finden, verwenden sie dafür die gesegnete Hostie: Lara es la hostia! Übersetzung bleibt dem Leser überlassen.

Bei den Briten hingegen geht es wieder radikal zu: Peng – das sagt man nicht beim Erschießen, sondern beim Kiffen: das Gras ist heute mal wieder besonders fucking peng! Genau wie das süße Girl da drüben. Das Wort hat es über den Nordatlantik geschafft – ursprünglich also ein Synonym für Marihuana, heute aber auch für attraktive Leute verwendet – die eben Peng in deinem Kopf machen. Oder dir eine Hostie geben.