Kultur

Venus hat frei

Artikel veröffentlicht am 18. Januar 2006
Artikel veröffentlicht am 18. Januar 2006
 

Was sagen uns die Namen der Wochentage? Im Deutschen scheint diese Frage einfach zu beantworten. Der Dienstag, so glauben viele dienstbeflissene Deutsche, komme von «Dienst ». Weniger strebsame mögen dagegen den «Freitag», an dem man eigentlich «frei» haben müsste.

Doch weit gefehlt. Denn die Namen der deutschen Wochentage gehen auf Karl den Großen zurück. Er suchte einst für die Wochen-Götter des römischen Kalenders Ersatz. Der römische Kriegsgott Mars wurde durch seinen germanischen Amtskollegen Diu ersetzt. Deshalb heißt der zweite Tag der Woche bei Franzosen «Mardi», bei Deutschen und Engländern aber «Dienstag» bzw. «Tuesday». Und die schöne Venus musste ihrer germanischen Konkurrentin Freya Platz machen: Während die Franzosen am «vendredi» dem Wochenende entgegenfiebern, tun Deutsche und Engländer dies am «Freitag» oder «Friday».

Doch Karl der Große hatte ein Problem : Für den «Merkur», der im französischen «mercredi» steckt, fand er keinen Ersatzmann. Deshalb heißt der Tag im Deutschen ganz einfach «Mittwoch», denn er liegt in der Mitte der Woche. Der einzige Tag in Deutschland, der hält, was er verspricht.