Kultur

Shooting Stars 2016: Speed-Date mit Jella Haase

Artikel veröffentlicht am 16. Februar 2016
Artikel veröffentlicht am 16. Februar 2016

Mir selbst aus Kriegerin bekannt, kennt eine Mehrheit sie sicher aus der zweiteiligen Komödie Fack Ju Göhte. Am Potsdamer Platz treffen wir die gebürtige Kreuzbergerin zu einem kurzen Interview...10 Minuten und 10 Fragen an den diesjährigen deutschen Shooting Star Jella Haase.

Für die waschechte Berlinerin Jella Haase ist die Berlinale quasi ein Heimspiel, bei dem sie schon vor einigen Jahren mit dem Teen-Streifen Lollipop Monster vertreten war. Für ihre Rolle in der Neonazi-Milieustudie Kriegerin erhielt sie 2011 den Bayrischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin. Im Bremer Tatort spielte sie eine minderjährige Prostituierte und erhielt hierfür 2013 den Günter-Strack-Fernsehpreis. Ab 2014 stand Jella für die Kinokomödie Fack Ju Göhte vor der Kamera, welche mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet und 2015 mit einem zweiten Teil fortgesetzt wurde.

Cafébabel: In ein paar Worten - was ist die Berlinale für dich?

Jella: Die Berlinale ist total aufregend für mich, sie bringt immer ein bischen Glamour in die Stadt, sie macht mich glücklich gerade.

Cafébabel: Vor ein paar Jahren bist Du mit noch kleineren Produktionen wie Kriegerin gestartet- gibt es einen großen Unterschied zwischen einer solchen Produktion und einer größeren wie Fack Ju Göhte?

Jella: Vom ganzen Drumherum her ist es eigentlich komplett das Gleiche. Es sind die gleichen Probleme. Es geht immer um zu wenig Geld, zu wenig Zeit und das 'wie realisieren wir das jetzt konkret'. Fack Ju Göthe hatte beim zweiten Teil etwas mehr Geld. Natürlich waren mit Elyas M'Barek und Karoline Herfurth auch andere Kaliber an Bord. 

Cafébabel: Was steht bei dir nach Fack Ju Göhte Neues an?

Jella: Es gibt viele Projekte, die gerade anstehen, wo sich aber noch nichts so richtig festgefahren hat.

Cafébabel: Habt ihr unter den Shooting Stars die Tage viel Kontakt und die Zeit euch etwas kennenzulernen? 

Jella: Wir versuchen es, aber viel Zeit haben wir leider nicht. Für mich geht die Berlinale auch die nächsten Tage weiter, ich habe etliche Termine. Ich hoffe heute bei der After Show Party kommen wir uns alle mal ein bisschen näher.

Cafébabel: Hast du Vorbilder?

Jella: Ich mag französische Filme sehr und ich liebe Léa Seydoux

Cafébabel: Wenn du nicht Schauspielerin geworden wärst?

Jella: Ich wollte Geschichte, Philosophie und Literaturwissenschaften studieren. Das ist aber leider nicht aufgegangen mit der Dreherei. Ich würde auch liebend gerne mit Kindern arbeiten. Ich finde Kinder sind toll, weil sie dich als Mensch behandeln und dich nicht als das sehen, was du gemacht hast, sondern als das was du bist. Als Kind habe ich immer viel Kassetten gehört, die Stimmlagen imitiert und die anderen Kinder dazu aufgefordert, mit mir Zirkus zu spielen. Und dann mussten unsere Eltern uns filmen. Ich hatte also doch schon sehr früh so einen Spieldrang in mir. Meine Eltern wollten eigentlich, dass ich ein Instrument lerne. Ich bin aber nicht so musikalisch. Mich hat die Theatergruppe mehr gereizt. 

Cafébabel: Mit welchem Talent außer dem Schauspielen wärst du gerne gesegnet?

Jella: Ich würde gerne singen können, gerne zeichnen können, ich wäre gerne sprachbegabter. Es gibt tausend Sachen, die ich gerne noch können würde. Ich würde gerne besser Skifahren, ich wäre gerne größer...

Cafébabel: Du hast auch mit der Tierrechtsorganisation PETA zusammen gearbeitet. Wie ist das zustande gekommen?

Jella: Die haben mich angeschrieben, weil ich auf meiner Facebook-Seite irgendwie vegetarische Würstchen oder Tofu gepostet habe. Das hat mich sehr gefreut, weil Tierschutz einen großen Part in meinem Leben ausmacht. Ich finde es ganz wichtig, dass es Organisationen wie PETA gibt. Ich bin seit neun Jahren Vegetarierin. Im Übrigen riecht es hier sehr gut, ich habe heute noch nichts gegessen.

Cafébabel: Was gibt's denn?

Jella: Panini! 

Cafébabel: Dann sputen wir uns mit den letzten Fragen - deine Idee von Unglück?

Jella: Oft passieren Dinge im Leben, die einen sehr erschüttern. Das noch größere Unglück ist dann, wenn sich Leute in einem solchen Moment auch noch von dir abwenden. Das ist dann doppeltes Unglück. Ich habe das noch nicht persönlich erlebt, aber schon bei Anderen mitbekommen. 

Cafébabel: Und deine Idee von Glück?

Jella: Ich habe so ein Credo, nach dem ich lebe: 'das Glück der Mutigen'. Ich glaube, dass man viel Mut braucht, um glücklich zu sein. Dass man sich immer wieder hinterfragen und gucken muss, wo stehe ich gerade. Das versuche ich zu leben.

Cafébabel: Wo siehst du dich in Zukunft ?

Jella: Ich versuche mich glücklich zu sehen. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob ich Schauspielerin bleibe. Ich kann mir auch vorstellen etwas ganz anderes zu machen.

Hier geht's zur offiziellen Seite der European Shooting Stars 2016. Ich bin ein Berliner - dieser Artikel stammt von unserem cafébabel Berlin-Team.