Kultur

Sevillanischer Wind und 5 neue Filme in europäischen Kinos

Artikel veröffentlicht am 1. Dezember 2010
Artikel veröffentlicht am 1. Dezember 2010
Beim Europäischen Filmfestival in Sevilla im November hatten zehn Regisseure die Möglichkeit ihre Erstlingswerke vorzustellen. Was zeigen sie uns? Wohin wird die Reise per Leinwand gehen? Hier sind fünf Antworten, fünf verschiedene Wege, die Europas Kinowelt in Zukunft einschlagen könnte.

Von der Sozialkritik zum Horrorfilm, von aktuellen Themen zu Begebenheiten des vergangenen Jahrhunderts und von der Komödie zum Melodram. Die neue Kategorie First Films First auf dem Europäischen Filmfestival in Sevilla hält eine bunte Mischung an Filmen bereit, die den frischen Wind der jungen europäischen Filmemacher in die Kinos bringen. Hier sind fünf der Erstlingswerke:

1. Sinestesia (Schweiz)

Der Zufall ist der eigentliche Hauptdarsteller in Sinestesia. Erzählt wird die Geschichte von Alan, seiner Frau, seiner Geliebten und seines besten Freundes. Ein Film, in dem der Zufall, die Fäden, die sie verbinden und trennen und die Wahrheiten und Lügen, die sie sich erzählen, ein Netz der Intrigen spinnen. In diesem Streifen ist Platz für Freude und Schmerz, aber vor allem für das Unberechenbare. Der Schweizer Film ist das Erstlingswerk des Regisseurs Erik Bernasconi.

2. Shahada (Deutschland)

Dieser Film lässt keinen kalt. Das Werk des deutsch-afghanischen Regisseurs Burhan Qurbani spiegelt am Beispiel von drei Personen, die verzweifelt Erlösung und Vergebung durch die Anderen suchen, allgemeine Themen wie Schuld, Sühne und Moral wider. Dabei sind sie nicht einmal in der Lage sich selbst zu vergeben. Eine junge Frau, Tochter eines Imam, die gerade eine Abtreibung hinter sich hat, ein muslimischer Junge, der seine Homosexualität entdeckt und ein Polizist, der versehentlich eine Schwangere erschossen hat. Sie alle werden von ihren Handlungen geplagt und suchen unterschiedliche Wege, um mit sich selbst wieder ins Reine zu kommen.

3. Harisma (Griechenland)

Wer griechischen Humor zu schätzen weiß, sollte sich Harisma ansehen. Eine romantische Komödie, in welcher der Märchenprinz nicht weniger märchenhaft sein könnte: ungehobelt, aufbrausend, rüpelhaft und dickköpfig. Eigentlich hat er keine Chance bei der schönen Ismini zu landen, aber ein „Nein“ als Antwort lässt er einfach nicht gelten. Völlig gegensätzlich und verloren in ihrem Leben, haben Haris und Ismini nur eine Sache gemeinsam: Sie sind es leid allein zu sein. Die Regie bei diesem Erstlingswerk führte Christina Ioakeimidi.

4. Majority (Türkei)

Majority erzählt die Geschichte von Mertkan, einem jungen 21-jährigen Türken mit einem herrschsüchtigen Vater, einer leidenden Mutter, einer Freundin, die er nicht genug liebt und Freunden, bei denen er nicht er selbst sein kann; das zieht ihn oft in tränenreiche Welten der Traurigkeit. In seinem ersten Film beleuchtet Regisseur  Seren Yüce Themen wie die Abhängigkeit von der Familie, die Aufrichtigkeit oder den Egoismus in zwischenmenschlichen Beziehungen; im Hintergrund brodeln gesellschaftspolitische Themen des Landes. Diese werden insbesondere in der Beziehung zwischen Mertkan und seiner kurdischen Freundin deutlich, die der Vater des Protagonisten nicht ausstehen kann.

5. Oxygen (Belgien und Niederlande)

Tom und sein Bruder Lucas leiden an Mukoviszidose, eine genetisch bedingte Krankheit, welche die Lungen angreift uns zerstört. Tom versucht sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass er nicht lange leben wird. Doch dann trifft er im Krankenhaus Xavier, der an derselben Krankheit leidet und sich trotzdem wie ein Athlet verhält. Auch Eline, die seit Monaten aufgrund einer Infektion in Quarantäne ist, tritt in Toms Leben. Sie dürfen sich nicht berühren und es ist ihnen nur per Telefon erlaubt miteinander zu sprechen. Ein Film von Hans van Nuffel, in dem den Protagonisten wenig Zeit bleibt.

Die vollständige Berichterstattung zum Festival findet ihr auf unserem cafebabel.com Cityblog sevilla.cafebabel.com.

Bilder: Ausschnitt aus dem Film "Oxygen" (Hans Van Nuffel, 2010); Videos: YouTube