Kultur

Mehr als Gangsta: Rap kann auch Politik

Artikel veröffentlicht am 13. April 2014
Artikel veröffentlicht am 13. April 2014

Frau­en­ver­ach­tend, ho­mo­phob und ge­walt­be­reit: Rap hat nur allzu häu­fig dis­kri­mi­nie­ren­des Po­ten­zi­al. Das es auch an­ders geht, zeigt RAPutation.​tv. Die po­li­ti­sche On­line-Cas­ting Show bie­tet jun­gen Men­schen eine Platt­form, so­zi­al­kri­tisch zu rap­pen und mit der Po­li­tik in einen Dia­log zu tre­ten. Wer ist der beste po­li­ti­sche Rap­per Deutsch­lands?

Ob Kri­tik am Job­cen­ter, dem Schul­sys­tem, an Ho­mo­pho­bie und Ras­sis­mus oder die Auf­for­de­rung, dass Po­li­tik in einen ver­ständ­li­chen Dia­log mit der Ju­gend tre­ten müsse. Es gibt kaum ein Thema, das die Nach­wuchs­rap­per in der On­line-Cas­ting­show RA­Pu­ta­ti­on.​tv nicht ver­ar­bei­tet haben. Die Show hilft ihnen dabei, ihre po­li­ti­sche Bot­schaft zu ver­brei­ten und för­dert ihr Ta­lent.

Rapper in der Haut von Politikern

Mit ei­ge­nen Tracks und po­li­ti­schen Ly­rics kämpf­ten die jun­gen Leute be­reits zum zwei­ten Mail um den Titel Deutsch­lands bes­ter po­li­ti­scher Rap­per. Die bes­ten Drei konn­ten ihre Lie­der im Fi­na­le live im Kreuz­ber­ger Club Bi Nuu prä­sen­tie­ren. Ihre Auf­ga­be? Sich in die Haut eines Po­li­ti­kers ver­set­zen. 

Sind Po­li­ti­ker Ma­rio­net­ten? Ge­win­ner Cossu wirft diese Frage in "Zwie­spalt" auf.

Ge­win­ner ist der 24-Jäh­ri­ge Cossu aus Hei­del­berg. In sei­nem Fi­nal-Track "Zwie­spalt" fragt sich der Rap­per, ob Po­li­ti­ker im Laufe ihrer Kar­rie­re zu Ma­rio­net­ten wer­den. Zählt da noch die ei­ge­ne Mei­nung des Po­li­ti­kers? Oder fügen sie sich zu sehr den Par­tei­en?

Zwei­ter wurde Mars One aus Düs­sel­dorf. Der 21-Jäh­ri­ge Ica­rus  be­leg­te Platz drei. Seit De­zem­ber letz­ten Jah­res hat­ten sich 229 junge Künst­ler am Wett­be­werb be­tei­ligt. Be­wer­tet wur­den die Kan­di­da­ten von den be­kann­ten Ge­sich­tern der Rap­sze­ne So­o­kee, Weekend und Mo­Trip. Au­ßer­dem gab es ein On­line­vo­ting und im Fi­na­le stimm­te auch das Pu­bli­kum vor Ort ab.

Rap und Politik: eine gute Mischung?

Die Fi­na­lis­ten sind sich einig: Seit ihrer Teil­nah­me am Wett­be­werb haben sie sich noch stär­ker mit po­li­ti­schen The­men aus­ein­an­der­ge­setzt. „Ich setze mich mit allen Pro­ble­men kri­tisch aus­ein­an­der. Auch mit po­li­ti­schen“, er­gänz­te der Lehr­amts­stu­dent Cossu. Doch nicht nur die Tracks waren po­li­tisch, auch die Gäste. 

Denn das Fi­na­le fand in An­we­sen­heit von Gre­gor Gysi und Katja Kip­ping (beide Die Linke), Can­sel Ki­zil­te­pe (SPD), Özcan Mutlu (Die Grü­nen), Jens Spahn (CDU) und Hans-Chris­ti­an Strö­be­le (Die Grü­nen) statt. Die Po­li­ti­kern hal­fen an der Ga­de­ro­be, an der Bar oder am Mer­chan­di­sing­stand aus und kamen mit den Ju­gend­li­chen ins Ge­spräch. „Ihr schimpft nicht ein­fach als Au­ßen­ste­hen­de über Po­li­tik. Ihr en­ga­giert euch. Und das ist be­mer­kens­wert“, lobte Özcan Mutlu die jun­gen Rap­per. „Wir kön­nen uns lange der Il­lu­si­on hin­ge­ben, dass die Ju­gend un­po­li­tisch sei – doch in Wirk­lich­keit müs­sen wir nur auf sie zu gehen!”, for­der­te Gre­gor Gysi. Seine Par­tei­kol­le­gin Katja Kip­ping ver­sprach, die Bot­schaf­ten der Ju­gend­li­chen in die Par­tei­ar­beit ein­zu­be­zie­hen. Bleibt zu hof­fen, dass die For­de­run­gen auch wirk­lich ge­hört wer­den.