Kultur

Laura Birn: Ich habe mich lange nicht getraut, Schauspielerin zu werden

Artikel veröffentlicht am 1. März 2013
Artikel veröffentlicht am 1. März 2013
Die finnische Schauspielerin Laura Birn war zuletzt in Antti Jokinens Film  Purge zu sehen, den Finnland in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ für den Oskar vorgeschlagen hatte. Für ihre Darbietung wurde die 31-jährige als beste Darstellerin für den Satellite Award nominiert und gewann den Jussi Award in Helsinki. Wir trafen sie zum Interview in Berlin.

cafebabel.com: Laura, der Film Purge spielt in Estland unter der sowjetischen Besetzung. Hast du dich mit dieser geschichtlichen Epoche auseinandergesetzt, um die Rolle der Aliide Truu zu interpretieren?

Laura Birn: Ich habe einige Bücher darüber gelesen. Wenn ich einen Filmcharakter interpretiere, gehe ich immer zuerst von der Person selbst aus. Dann kommen die äußeren Umstände hinzu, in denen die Person lebt.

cafebabel.com: Was war das Wichtigste, was du über die Themen des Films – Terror, Prostitution und Menschenhandel – gelernt hast?

Laura Birn: Dass es häusliche Gewalt leider immer noch gibt. Und dass Macht Menschen krank machen kann. Obwohl Frauen heutzutage mehr Rechte haben, werden sie immer noch Opfer von Gewalt. Wir müssen noch viel für die Gleichberechtigung von Frauen tun; Frauenrechte sind immer noch ein sehr wichtiges Thema.

cafebabel.com: Wie ist es für dich, Teil der Shooting Stars der Berlinale 2013 zu sein? Ihr seid sozusagen die Botschafter des europäischen Kinos.

Laura Birn: Es ist lustig und relaxed. Ich bin stolz. Ich sehe es als Chance; ich weiß ja noch nicht, was noch auf mich zu kommt.

cafebabel.com: Du kommst aus Finnland, einem Land mit zwei offiziellen Sprachen: Schwedisch und Finnisch. Ist Vielsprachigkeit ein Vorteil?

Laura Birn: Es ist sehr gut für einen Schauspieler, andere Sprachen zu sprechen. Ich liebe Schwedisch! Ich habe es zwar in der Schule gelernt – aber ich verstehe besser, als ich spreche. Vor allem wenn man reist, ist es toll, mit anderen in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren. Ich liebe Spanisch, Portugiesisch… Es ist schon 12 Jahre her, dass ich in Brasilien war; ich habe viel vergessen. Das Portugiesisch, das man in Portugal spricht, ist ein bisschen anders, vielleicht manchmal etwas schwieriger. Es war toll, in São Paulo zu leben. Ich war in einer unglaublich netten brasilianischen Gastfamilie.

cafebabel.com: Nach Purge hast du einen weiteren Film abgedreht.

Laura Birn: Ja. Davor hatte ich in Naked Harbour (2011) gespielt. Nach Purge habe ich sogar zwei Filme abgedreht. Die sind gerade in der Nachproduktion; ich weiß nicht, ob sie dieses Jahr noch anlaufen. Ich hoffe es!

cafebabel.com: War es schon immer dein Traum, Schauspielerin zu werden?

Laura Birn: Ich war 17 oder 18 Jahre alt, als ich in Brasilien war. Dort habe ich mit der Schauspielerei angefangen, mit wunderbaren Menschen aus São Paulo. Es war aber kein Traum von mir - eher eine Art ‚mal sehen, was passieren wird‘. Danach brauchte ich noch ein paar Jahre, bis ich den Mut fand, tatsächlich Schauspielerin zu werden. Jetzt bin ich aber sehr glücklich mit dem, was im Moment alles mit mir passiert.

Lest das Originalinterview (ungekürzt und auf Englisch) auf dem offiziellen cafebabel.com Berlinblog

Fotos: Teaser: ©Katarzyna Swierc für cafebabel.com auf der Berlinale 2013; im Text: Laura Birn bei den Jussi Awards (Helsinki, 03.Februar 2013) (cc)Peltimikko/wikimedia; Video: ©official solar films/YouTube