Kultur

„Europa-guck-in-die-Luft“

Artikel veröffentlicht am 14. Januar 2009
Artikel veröffentlicht am 14. Januar 2009
Warum werden Menschen, die unrealistische Erwartungen haben, eigentlich als Hans-guck-in-die Lufts oder als vom Mond kommend bezeichnet? Ein Blick in ein Europa der Träumer.

Zu hohe Erwartungen in Zeiten der Wirtschaftskrise? Über den ganzen alten Kontinent hinweg lassen Träumer ihre Gedanken irgendwo hoch oben in den Wolken schweifen. In Frankreich (être tête en l'air©Vincent), Italien (avere la testa fra le nuvole©Aurélien), Rumänien (a fi cu capul in nori) und Polen (mieć głowę w chmurach©Marysia) hat man den Kopf schlicht und einfach in der Luft, während Briten und Deutsche sich bei den Fantasten der alten Griechen orientieren und die Wendung in Wolkenkuckucksheim leben ©Monika  (live in Cloud Cuckoo Land©Nabee) aus Aristophanes‘ Komödie Die Vögel geklaut haben.

Europas Hans-guck-in-die-Lufts ©Ole träumen aber einheitlich sogar noch über den Wolken. Fast überall in Europa sagt man, dass diejenigen, die gern utopische Luftschlösser bauen, vom Mond stammen oder gar dort leben. „Du lebst doch auf dem Mond“ ©Ole gibt es bei den Spaniern (estar en la luna©Fernando), genauso wie bei den Franzosen (être dans la lune©Alex) und Italienern (chiedere la luna ©Aurélien). Halluzinatorische Träumereien können in Spanien allerdings auch unter ganz anderen Umständen entstehen: estar en la parra ©Fernando heißt in etwa soviel wie ‚in der Weinranke hängen‘.

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