Kultur

Es werde Licht

Artikel veröffentlicht am 16. Januar 2008
Artikel veröffentlicht am 16. Januar 2008

Eine alte Babel-Legende erzählt, dass das Licht der Welt in einem kleinen, südlichen Eckchen von Europa entstanden sein soll.

Cádiz - eine der ärmsten und gleichzeitig glücklichsten Städte in Spanien - mitten in seiner gleichnamigen Bucht gelegen, birgt ein wichtiges Geheimnis. Das idyllische Örtchen, dem die Planeten gut gesinnt sind, ist auf jeder Landkarte als Costa de la Luz (als Küste des Lichts) bekannt. Und dies kommt nicht von ungefähr: wenn man in den Hafen einfährt, muss man automatisch mit den Augen blinzeln, so hell leuchtend und klar ist das Licht, das die Mauern der Stadt ausstrahlen. Und somit entschieden die Bewohner rund um die Bucht, das Licht der Welt zu produzieren und es in benutzten Glaskonserven einzufangen. So heißt es in der Legende…

Später wurde dieses Licht im Flugzeug bis zum Flughafen in das italienische Santa Luce (Heiliges Licht) in die Toscana exportiert, bis es schlussendlich auch in Paris - der fabelhaften Ville Lumière (Lichterstadt) - Absatz fand. In der französischen Hauptstadt steht der Eiffelturm, dessen Scheinwerfer Runden über Runden dreht und so das Licht über die ganze Welt verteilt.

Und zwar an viele europaweit verstreute Unterhändler des Lichts. Beispielsweise nach Lichtenberg im Erzgebirge, nach San Jean de Luz in Südfrankreich, in ein kleines Land namens Liechtenstein oder nach Praia da Luz (Strand des Lichts) an der portugiesischen Algarve - ein Ort, an dem paradoxerweise kein Licht in das Dunkel des Verschwindens der kleinen britischen Madeleine McCann gebracht werden kann.

Und damit das endlich einmal klargestellt wird: wenn man zum Broadway fährt und von Millionen von Lichtern geblendet wird, sollte man sich mit stolzgeschwellter Brust sagen, dass soviel Brillanz nur aus Europa kommen kann.