Kultur

Ehren-Oscar für Ennio Morricone

Artikel veröffentlicht am 22. Februar 2007
Artikel veröffentlicht am 22. Februar 2007
Am 25. Februar wird dem berühmten italienischen Filmkomponisten in Los Angeles der Oscar für sein Lebenswerk verliehen.

Er rechnete angeblich nicht damit und es kam doch so: im Alter von 78 Jahren und nach 45 Jahren großartiger Filmmusik, mit der er nicht nur die Cineasten Italiens, sondern der ganzen Welt beglückte, wird Ennio Morricone am 25. Februar in Los Angeles mit dem Oscar für sein Lebenswerk geehrt.

Komponist der Spaghetti-Western

Der heute weltberühmte Komponist wurde 1928 geboren und begann seine Karriere schon in sehr jungen Jahren. Er trat damit in die Fußstapfen seines Vaters, ein Orchestermusiker. Sein Filmdebüt gab er 1961 mit dem Soundtrack zu Il federale („Zwei in einem Stiefel“) von Luciano Salce. Doch den richtigen Durchbruch schaffte er erst mit der Musik zu den Filmen Sergio Leones, des Regisseurs der sogenannten „Spaghetti-Western“. Von 1964 arbeiteten die beiden zusammen und bescherten dem Kino so unvergessliche Werke wie Per un pugno di dollari („Für eine Handvoll Dollar“), C’era una volta il West („Spiel mir das Lied vom Tod“) und Leones letzten Film C’era una volta in America („Es war einmal in Amerika“).

Nur ein paar Jahre nach der Zusammenarbeit mit Leone hatte sich Morricone mit seinen unverwechselbaren Melodien bereits einen hohen Rang in der internationalen Liga der Filmmusiker erkämpft. Neben seiner intensiven Zusammenarbeit mit italienischen Regisseuren wie Pier Paolo Pasolini, Bernardo Bertolucci, Dario Argento und Giuseppe Tornatore erweckte er die Filme von Terence Malick, John Carpenter, Brian De Palma, Roman Polansiki und Roland Joffé musikalisch zum Leben.

300 Soundtracks

Nach 45 Jahren Karriere und 300 Soundtracks wird er nun also den Oscar für sein Lebenswerk erhalten. Doch auch bisher hat es an Auszeichnungen nicht gemangelt: In Italien erhielt er acht Mal das Silberband (Nastro d’Argento) der Filmfestspiele in Venedig, sechs Mal den David di Donatello-Preis und im Jahr 1995 in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk.

Auch die British Film Academy prämierte ihn mehrmals: 1985 für „Es war einmal in Amerika“, 1986 für „Mission“, für den er auch den Golden Globe bekam. 1988 gab es den Grammy für The Untouchables („Die Unbestechlichen“). Auch für den Oscar wurde er zwischen 1978 und 2000 fünf Mal nominiert. Bekommen hat er ihn bis jetzt jedoch nie.

Am 25. Februar soll es endlich so weit sein. Die Academy begründet die Verleihung des Ehren-Oscars mit dem "großartigen und vielfältigen Beitrag zur Kunst der Filmmusik", den Morricone in seinem Leben bisher geleistet hat. So der Academy-Präsident Sid Ganis: „Die Jury reagiert damit nicht nur auf die bedeutende Anzahl von Filmmusiken, die Mr. Morricone produzierte, sondern auch auf die Tatsache, dass so viele von ihnen beliebte und populäre Meisterstücke sind.“

Doch „THE END“ ist auf der Karriereleinwand des italienischen Komponisten noch lange nicht in Sicht. Gerade beschäftigt er sich mit zwei neuen Projekten: zum einen mit der Vorgeschichte der „Unbestechlichen“, genannt The Untouchables: Capone rising („Der Aufstieg Al Capones“) und anderseits mit der Musik zum Film „Leningrad“, der von der Besetzung der sowjetischen Stadt durch die Deutsche Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs handelt.