Kultur

Die Buchmesse diskutiert über digitale Bücher

Artikel veröffentlicht am 4. Oktober 2006
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 4. Oktober 2006
Die größte Buchmesse der Welt zieht auch in diesem Jahr Tausende von Lesern nach Frankfurt. Doch die Digitalisierung bedroht das klassische Paperback.

280 000 Besucher werden in den nächsten Tagen in Frankfurt erwartet unter die sich Agenten, Literaturkritiker und – vor allem – Verleger mischen. Wie jedes Jahr strömen sie zusammen, um an der weltgrößten Buchmesse teilzunehmen, die dieses Mal vom 4. bis zum 8.Oktober stattfindet. Die Ausmaße der Messe sind beeindruckend. Sie erstreckt sich über 13 Hallen. Auf 172 000 Quadratmeter zeigen mehr als 7000 Aussteller aus der ganzen Welt ihre Neuheiten, über 380 000 Bücher können die die Besucher auf der Messe bewundern.

Für Verleger steht in diesem Jahr ein besonders kontrovers diskutiertes Thema im Mittelpunkt: Werden Bücher auch in Zukunft gedruckt erscheinen? Oder wird das bekannte Paperback auf dem Regal versauern und lediglich als Verzierung dienen? Jürgen Boos, der neue Direktor der Messe, hält diese Fragen für wichtig. Einen Schwerpunkt wird deshalb die Digitalisierung der Buch – und Medienindustrie bilden. Ein digitaler Marktplatz wurde organisiert, auf dem sich Fachleute aus der Software- und Medienbranche sowie Verleger austauschen können.

Weniger kontrovers wird dagegen das Thema „Bildung der Zukunft“ diskutiert werden, dass ebenfalls im Blickpunkt der Messe steht. Mehr als 2500 Veranstaltungen zum Thema „Bildung“ wurden organisiert. Interessierte Besucher können an Workshops und Konferenzen teilnehmen, es gibt einen Lehrerkongress. Das Projekt LitCam stellt sich vor, das gegen Analphabetismus vorgeht.

Ehrengast der Messe ist in diesem Jahr Indien. Mit 80 000 veröffentlichten Büchern, die jedes Jahr veröffentlicht werden, ist der asiatische Gigant mit 150 Verlagen und 40 Autoren vertreten. Ein Zeichen dafür, dass Fachleute sich mehr und mehr der wachsenden Bedeutung des asiatischen Marktes bewusst werden.

Mit etwas Glück können Messerbesucher auch einen Blick auf einige Stars erhaschen. Der Regisseur Luc Besson und Schriftsteller wie Ken Follett, Günther Grass sowie Zadie Smith haben ihr Kommen zugesagt.