Kultur

Bunga bunga: Gaddafis Party-Lektion für Berlusconi

Article published on 12. November 2010
Article published on 12. November 2010
Die italienische Mär vom bunga bunga hat in ganz Europa Wellen geschlagen. Wir Italiener können stolz darauf sein, neben Ferraris und Büffelmozzarella auch ein paar neue Wortkreationen zu exportieren. Endlich verhilft ein Präsident dem längst ausgestorbenen Italian Stallion wieder zu neuem Leben. Berlusconis (neueste) Ode an die Virilität.

Wenn Rambazamba auf dem Programm steht, ist Berlusconi nicht weit, und sollte es zum Auftakt, wie es in Frankreich Tradition ist, zumindest ein bisschen frotti frotta (Vorspiel, von frz. frotter = reiben) geben. Das ist wirklich das Mindeste. Und warum eigentlich aufhören, wenn’s am schönsten ist? Es weiß doch mittlerweile jedes Kind, dass diese Art von Festivität mit bunga bunga zu enden hat - basta! Gerade Ministerpräsident Silvio Berlusoni weiß nur allzu gut, wie man ein ordentliches Rambazamba veranstaltet. Zum Berlusconi-Partyspaß gehören in jedem Fall die drei 'i' für impresa (Wirtschaft), informatica (Informatik) und inglese (Englisch), wobei man gern auch noch ein viertes hinzufügen könnte - imene (das Hymen)!

Man hatte vielleicht nicht direkt die Assoziation an eine Jungfrau, als die Marokkanerin Ruby (oder war sie etwa doch aus Ägypten, vielleicht auch halbe-halbe?) wegen Diebstahls von den Carabinieri verhaftet und nur dank des Anrufs des italienischen Premiers wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Ruby sei mit Mubarak, dem ägyptischen Präsidenten, verwandt, lautete die Erklärung von Berlusconis Kabinett. Anschließend holte die Zahnärztin von Berlusconi und Popolo della Libertà Politikerin Nicole Minetti das Mädchen vom Präsidium ab. Ruby war gerade 17 Jahre alt als sie des öfteren an Abenden - bunga bunga inklusive - in der Villa di Arcore teilnahm.

Neueste Technik: bunga bunga

So ähnlich hatte es sich auch mit der Ex-Favoritin Berlusconis, Noemi Letizia, zugetragen, die zu der Zeit auch noch minderjährig war. Gut gemacht, Mister Presidente, er kann sie alle haben - nur jung und schön müssen sie sein. Wer sagte nochmal, der Italian Stallion sei Schnee von gestern? Diesmal hat es dank des sprachlichen Ratschlags von Freund Gaddafi mit Ruby einwandfrei geklappt. Doch für das nächste Mal empfehlen wir Herrn Berlusconi ein paar Wendungen, damit er die Mädels europaweit in seinen Bann ziehen kann. Denn Il Cavaliere ist noch jung, da muss noch einiges an Wasser den Fluss hinunter fließen!

Sollte er also demnächst auf eine nächtliche Stippvisite nach Paris kommen, das er aus seinen Studentenzeiten an der Sorbonne wie seine Westentasche kennt, würden wir eine Runde crac crac empfehlen. Aber ich vergaß, Carla Bruni ist ja (momentan noch) beschäftigt. Wenn auf dem Tisch allerdings eine spanische Paella dampft, sollte er seine Herzensdame mit einem gekonnten ñaca ñaca bezirzen. Auf dem Weg zu seinem Freund Putin, kann er bei der polnischen Schönheit noch einen kurzen Abstecher mit puk puk machen.

Wie Berlusconi diese hohe bunga bunga Frequenz aushält, ist allerdings fraglich. Zur Not könnte eine hanky panky Audienz bei Queen Elisabeth Entspannung bieten… Zur Erklärung kann der italienische Playboy ja immer noch sagen, er habe eifrig George Bernard Shaw gelesen. Und im Fall der Fälle gibt es immer noch die Merkel, die Berlusconi zum ficki ficki einladen kann. Mal sehen, wie sie auf den Vorschlag reagiert…

Illustration: ©Henning Studte/www.studte-cartoon.de; (cc)francesco elisei LI/flickr