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Cafébabel solidarisch mit Charlie Hebdo, #JeSuisCharlie

Artikel veröffentlicht am 8. Januar 2015
Artikel veröffentlicht am 8. Januar 2015

Entschlossen und motivierter als je zuvor, die Pressefreiheit zu verteidigen und die freie Meinungsäußerung zu ermutigen - cafébabel ist Charlie.

Ich erinnere mich noch genau an den Herbst 2012. Damals hatte ich Charb, den Herausgeber von Charlie Hebdo, gefragt, ob er eine Delegation von 12 jungen Journalisten aus Nordafrika und dem Mittleren Orient im Rahmen einer Reise der Alliance des Civilisations der Vereinten Nationen bei ihm in der Redaktion empfangen könne. Damals kochte die Debatte um die Mohammed-Karikaturen gerade richtig hoch und hatte auch in vielen arabischen Ländern blutige Demonstrationen zur Folge.

Ich hatte Charb vorgewarnt, dass die Debatte ziemlich lebhaft werden könnte. Einige der Teilnehmer waren Mitglieder der Muslimischen Bruderschaft, die zu dieser Zeit in Ägypten an der Macht waren. Andere waren von den religiösen Karikaturen, die Charlie Hebdo veröffentlichte, einfach nur schockiert. „Kein Problem für das Treffen, wir empfangen sie gern hier bei uns in der Redaktion“, antwortete er mir. Die einzigen Bedenken, die Charbonnier damals äußerte, waren, dass er sich nicht korrekt auf Englisch ausdrücken könne.

Leider kam es nie zu diesem Treffen. Es wurde in letzter Minute mit dem Motiv, dass die Thematik ein zu „wunder Punkt“ sei und dass man keine Risiken eingehen wolle, von den Organisatoren abgesagt .

Man kann sich mit dem redaktionellen Tenor von Charlie Hebdo identifizieren oder es bleiben lassen. Man kann diesen typisch französischen Galgenhumor mögen oder es bleiben lassen. Aber es ist unmöglich, nicht von ganzem Herzen von diesem Symbol betroffen zu sein, das mit der terroristischen Attacke vom 7. Januar 2015 in Paris ins Visier genommen wurde: Wer Charlie attackiert, attackiert die Pressefreiheit, unser Lachen. Charlie geht weit hinaus über politische oder geografische Grenzen.

An diesem Trauertag ist das gesamte europäische cafébabel-Team solidarisch mit Charlie Hebdo. Auf all unseren Online-Auftritten hissen wir symbolisch das schwarze #JeSuisCharlie-Banner. Wir sind schockiert über dieses schreckliche Attentat, das nur wenige Metrostationen von unserer Paiser Redaktion entfernt stattfand. Wir sind traurig über das menschliche Drama, die Ermodung von 12 Menschen. Aber wir sind auch entschlossen und motivierter als je zuvor, die Pressefreiheit zu verteidigen und die freie Meinungsäußerung zu ermutigen.

Aus der Redaktionssitzung heute Morgen ging besonders eine Idee bei cafébabel hervor: "Nehmt es wie ihr mögt oder nehmt es als Neujahrswünsche, aber glaubt tief und fest daran - mehr als alles andere haben wir uns heute vorgenommen, jeden Tag motiviert zu sein, ein besseres Magazin zu machen."

#JeSuisCharlie, im Namen aller Babelianer