Ihr wisst nicht, was ihr mit Biomüll oder alten Planen, die im Garten vor sich hin modern, anfangen sollt? Im französischen Nantes ist man kreativ: Zwei gewitzte Architekten haben sich, gemeinsam mit 150 ehrenamtlichen Helfern pro Tag, daran gemacht, innerhalb von 20 Tagen ein skurriles Projekt auf die Beine zu stellen: Sie wollen ein Haus bauen, das nur aus Abfällen besteht. Ja, richtig gelesen, eine “Müll-Villa“. Man sollte allerdings dazu sagen, dass wir uns in Nantes befinden. Die Stadt wurde als “Grüne Hauptstadt Europas” für das Jahr 2013 nominiert. Schon heute ersetzt die Straßenbahn dort das Auto. Das Time Magazin zeichnete Nantes 2004 zudem als lebenswerteste Stadt Europas. Trotzdem stehen hinter dem Großprojekt der beiden Architekten aber auch die Fakten: In Frankreich werden nur 15 Prozent aller Industrieabfälle recycelt; insgesamt 80 Prozent werden ans andere Ende der Welt geschickt, um dort verbrannt zu werden. Die Fotografin Anne-Laure Mesnage folgte Frédéric Tabary, Yann Falquerho und den Nanteser Bürgern bei dem Bauvorhaben, das am 2. Dezember eingeweiht wurde.
Übersetzung: Linn
Die Galerie auf:
- Deutsch
08/12/10
Tags : Union européenne, société de consommation, Société, éco-villes, nantes, développement durable, écologie, croissance, France.
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