Gesellschaft

Zahltag: Unsichtbare Mittelmeer-Migranten

Artikel veröffentlicht am 13. April 2015
Artikel veröffentlicht am 13. April 2015

2014 sind 170 000 Migranten an italienischen Küsten gestrandet. Die Zahlen der Flüchtlinge, die hauptsächlich aus Afrika und dem Mittleren Orient kommen, haben sich seit 2013 vervierfacht. 

Die Zahl ist ähnlich groß wie das Problem. Laut dem italienischen Innenministerium seien 170 000 Migranten 2014 über das Meer nach Italien gekommen. Um sich über die tatsächliche Zahl bewusst zu werden, sollte man aber auch nochmal den Wert von 2013 in Erinnerung rufen. In diesem Jahr hatten die italienischen Behörden „nur“ 42 925 Migranten gezählt – das sind vier mal weniger Flüchtlinge, die Asyl beantragt haben.

Warum? 2014 flüchten immer Menschen vor schweren Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen in ihren Heimatländern nach Europa. Laut der Internationalen Migrationsbehörde sei Syrien das erste Land, aus dem Menschen momentan flüchten (42 323), gefolgt von Eritrea (34 329), Mali (9938), Nigeria (9000), Gambia (8707), Palästina (6082) und Somalia (5756). Im März 2015 gaben die zuständigen Behörden in Italien außerdem an, dass sie von 61% der Ankömmlinge die Spur verloren hätten. Das entspricht ca. 100 000 Menschen, die sich, nachdem sie europäischen Boden betreten haben, in Luft aufgelöst haben.