Gesellschaft

Wenn man vom Teufel spricht...

Artikel veröffentlicht am 13. Dezember 2006
Artikel veröffentlicht am 13. Dezember 2006

...tauchen schon seine Hörner auf! So sagt man in Italien, wenn jemand, über den man gerade (schlecht) gesprochen hat, zur Tür hereinkommt. Auch in Deutschland spricht man bekanntlich vom Teufel, doch dessen Hörner tauchen nicht auf. Gleiches gilt für die Engländer : When you talk of the devil….

In den neulateinischen und germanischen Sprachen ist der Satan also durchaus präsent – das christliche Erbe, das den Teufel mit dem Bösen schlechthin identifiziert, wird in diesen Redewendungen deutlich.

Franzosen und Polen wählen hingegen eine andere Variante : Sie ersetzen den Teufel mit dem Wolf und sagen quand on parle du loup bzw. o wilku mowa, also „wenn man vom Wolf spricht“. Noch origineller sind aber die Spanier: hablando del rey de Roma… por la puerta asoma. „Wenn man vom König von Rom spricht, kommt er schon zur Tür herein“.

Wie kommt bei den Spaniern nun der König von Rom ins Spiel? Linguisten erklären diese Redewendung wie folgt: Früher sprach man in Spanien vom ruin de Roma was soviel heißt wie „der Schurke von Rom“. Schurke deshalb, weil er so unhöflich sei, ein Gespräch zu stören, dass ihn zum Thema hat. Im Laufe der Zeit machte der spanische Volksmund ironischerweise den ruin zum re, der Schurke verwandelte sich in einen König. Besser, als ein Teufel zu sein – soviel ist sicher.