Gesellschaft

Videopolitics: Regieren nach Faustregel

Artikel veröffentlicht am 19. Dezember 2007
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 19. Dezember 2007
Nicht immer beweisen Europas Volksvertreter die nötige Ruhe, um ihren Bürgern als gutes Beispiel vorangehen zu können. Chronische Gereiztheit in Bildern.

Tschechische Republik: Handgreiflichkeiten im Höhenflug

Vor einem Jahr waren der Gesundheitsminister David Rath und der ehemalige Abgeordnete der tschechischen Bürgerbewegung Miroslav Macek während einer universitären Konferenzreihe in der Tschechischen Republik zu sehen. Die Herren der Politik trugen ihre ideologischen Differenzen nicht im verbalen Schlagabtausch, sondern mit Schlägen vor der Kamera aus.

Spanien: Warum hältst Du nicht einfach die Klappe!

Im November 2007 war König Juan Carlos I. von Spanien dabei zu beobachten, wie er während des ibero-amerikanischen Gipfels aus der Rolle fiel. Normalerweise nimmt der spanische König eine Vermittlerrolle im Rahmen der Gipfeltreffen ein. Trotz seines Rufes als ungezwungener Spaßvogel und besonnener Mittelsmann, gelang es ihm nicht, den Stich des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zu umgehen: er befahl ihm in aller Öffentlichkeit "die Klappe zu halten". Chávez mag kein Musterknabe für anständige Manieren sein. Aber nach dieser Szene blieb das Bild eines Königs im Hinterkopf, der einem demokratisch gewählten Staatsoberhaupt Befehle erteilt: Wasser auf die Mühlen all jener, die sich über die neo-kolonialistische Vorgehensweise der alten europäischen Großmächte beschweren.

EU: Starke Rückhand von Durão Barroso

Als sei es eine Selbstverständlichkeit, bezeichnete der Präsident der europäischen Kommission Durão Barroso die EU kürzlich als "Imperium". "Ein Imperium, welches seine Ziele auf friedlichem und konstruktiven Wege erreicht", sprachs. Bleibt zu fragen, was die Ziele eines Imperiums sind? Wenn die Anti-Imperialisten einmal müde werden, an das Gewissen der Vereinigten Staaten zu appellieren, können sie sich gleich in eine neue Schlacht stürzen. Dieses Mal gegen die EU. Vielen Dank, Herr Präsident!

Empfindlichkeiten eines Sarkozy

Kürzlich bezeichnete der französische Präsident Nicolas Sarkozy, anlässlich eines Interviews mit einem nordamerikanischen Sender, die Journalistin im Nachhinein als "Idiotin". Selbige hatte während des Interviews gewagt zu fragen, was er zur Scheidung von Seiner Ex-Frau Cécilia anzumerken habe. Die Reaktion: ein eindeutiger Überschuss an Testosteron.

Das Leben ist schön, heißt man Berlusconi

Wieso nicht auch mal das Leben und die Politik mit Leichtigkeit und Humor nehmen, bei soviel Streitsucht und Gereiztheit. Niemand entdramatisiert die Politik besser als der schun-kelnde, italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi. Das Video zeigt, wie er sein stimmliches Talent auch auf europäischer Ebene zum Besten gibt.

Großbritannien: Debatte mit Stil

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Die Briten haben es einfach drauf, Diskussionen mit Klasse zu führen, ohne sich dabei die Krawatte zu zerknautschen. Machen Sie es sich in ihrem Sessel bequem, entspannen sie sich und genießen sie eine Sitzung unter Kontrolle von Premierminister Gordon Brown in der Abgeordnetenkammer. Handeln und dabei immer die nächsten Wahlen im Hinterkopf behalten! Alles wird offen ausgesprochen. Aber immer mit Humor und Anstand. Selbst wenn ein ganzer Chor von Abgeordneten im Hintergrund lärmt. Relax!

Homepage Foto: Brocco Lee/flickr