Gesellschaft

Ungarn: Action-Film gegen Flüchtlinge

Artikel veröffentlicht am 21. September 2015
Artikel veröffentlicht am 21. September 2015

Mit dramatischem Soundtrack und Blockbuster-Allüren präsentiert sich der ungarische rechtsradikale Bürgermeister László Toroczkai in einem Kurzfilm auf YouTube, mit dem er Flüchtlingen mit Aufnahmen des neuen Grenzzauns zu Serbien suggerieren möchte, dass sie hier vor allem eines sind: nicht willkommen.

László Toroczkai, der ultrarechte Bürgermeister des südungarischen Grenzstädtchens Ásotthalom, schein auf Theatralik zu stehen. Er ist so weit rechts verankert, dass er sogar von der rechtsradikalen Gesezt unf Leben Partei verboten wurde, die immerhin die Vorreiter-Partei für Jobbik war. Die Jobbik-Partei hat natürlich kräftig die Werbetrommel für Toroczkai hausgemachten Blockbuster gerührt.

László Toroczkai wurde außerdem bereits vom serbischen Territorium verbannt. Drei Monate durfte er Rumänien nicht betreten. Fünf Jahre musste er der Slowakei fern bleiben. Damals war er Vorsitzender der ultranationalistischen Jugendbewegung 64 Gespannschaften, die im Grunde genommen zum Großungarntum von vor dem Zweiten Weltkrieg zurückkehren möchte. Im Jahr 2006 stiftete er die Gruppe an, das Gebäude des Musiksenders MTV zu stürmen.

Seitdem er den Bürgermeisterposten im Städtchen Ásotthalom innehat, wo er mit 71.5% der Stimmen gewählt wurde (die Wahlbeteiligung lag nur bei 37.4%), hatte sich Toroczkai mit rechtsradikalen Provokationen eher zurückgehalten und seine Vergangenheit versucht zu vertuschen. Bis jetzt.

YouTube: "Message to illegal immigrants from Hungary"