Gesellschaft

Tage, wie diese

Artikel veröffentlicht am 12. Dezember 2007
Artikel veröffentlicht am 12. Dezember 2007

Jeden Monat zelebriert etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung das Wunder des Lebens - manchmal mit mehr oder weniger Begeisterung, aber vor allem in Zyklen mit variabler Regelmäßigkeit.

Engländerinnen können sich sachlich mit to have one’s period ("seine Periode haben") oder tragischer wie Opfer ihres Schicksals ausdrücken, indem sie auf den ihnen auferlegten "Fluch" erinnern (curse).

In Spanien blickt Frau dem Unglück etwas philosophischer ins Auge und zögert nicht, die Realität zu versüßen. In diesem Sinne bedient man sich hier poetischer Mittel und - kleiner Singvögel. Die verträumten Bewohnerinnen der iberischen Halbinsel sprechen folglich von ihrem "Wellensittich", der sie einmal im Monat heimsucht (tener la perica). Der Begriff 'Perica' verweist andererseits auch auf den guten alten Nachttopf.

Nördlich der Pyrenäen beklagt das weibliche Geschlecht seine "Regel" (avoir ses règles). Eine andere französische Wendung für die unangenehmen Tage im Monat verweist zurück in das 19. Jahrhundert: "Die Engländer sind eingefallen" (les Anglais ont débarqué) bezieht sich auf die Zeit der napoleonischen Kriege, da sich Franzosen und "rot gekleidete" Engländer als Feinde gegenüberstanden.

Weiter gen Osten haben die Polinnen (jestem niedysponowana) längst mit der Migräne-Ausrede gebrochen und sagen gerade heraus, dass sie "nicht verfügbar sind" oder mit hinterlistiger Kreativität, dass "ihre Tante zu Besuch ist" (ciocia przyjechaa). Davon würde sich ein deutsches Mannsexemplar aber nicht im Geringsten aus der Fassung bringen lassen: ein echter Seemann "fährt" im Deutschen "auch auf dem roten Meer".