Gesellschaft

St. Patrick's Day: Das Kleeblatt in Dublin ertränken

Artikel veröffentlicht am 18. März 2008
Artikel veröffentlicht am 18. März 2008
Alkohol, Religion und Feuerwerk überschwemmen die Hauptstadt Irlands Dublin am 17. März, dem Fest - und Feiertag des heiligen Patrons von Irland.

Kleeblätter, so weit das Auge reicht. Ob eilig auf schwitzende Gesichter gemalt, in die Schaumkrone unzähliger Pints Guinness gestanzt, auf Pubwände gepinselt oder von Dächern als Deko herabhängend. Menschen drängen sich aneinander vorbei, um die nächste überfüllte Bar zu erreichen. Der Raum ist von irischen Klängen und Stimmengewirr erfüllt.

St. Patrick’s Day

Der 17. März ist der Feiertag des Heiligen Patrick, des Schutzheiligen Irlands. Schulen, Unternehmen und Läden schließen anlässlich dieses oft sehr feuchtfröhlich begangenen Tages. Durch die Städte und Zentren ziehen bunte Paraden. Die größte von ihnen findet in Dublin statt. Mehr als 500.000 Zuschauer kommen jedes Jahr, um ihr zu folgen. Doch der St. Patrick’s Day ist auch ein Festtag für die katholische Kirche. Für viele Iren spielt der religiöse Ursprung des Feiertages immer noch eine wichtige Rolle. Sie besuchen die Morgenmesse ihrer Heimatkirche.

"St.Patricks's Day feiern die Iren, wenn sie nicht zu Hause sind und die Ausländer, wenn sie in Irland sind", sagt Grace O'Reilly aus einer Stadt nördlich Dublins. "Natürlich geht es im Grunde darum 'das irisch sein' zu feiern. Aber in meinen Augen ist es noch wichtiger, seine Freunde und Familie um sich zu scharen und einfach nur zusammen zu sein." In den irischen Kneipen Europas werden sich in diesem Jahr hunderte irische Expats und Urlauber treffen, um im traditionellen Sinne 'das Kleeblatt zu versenken'. Die irische Rockband Aslam tritt am Londoner Trafalgar Square als Vorband auf. "Paddy's Day ist woanders immer besser", gesteht Billy McGuinness, Aslam-Gitarrist, Harmonikaspieler und gelegentlicher Keyboarder der Band. "Wir werden vor Tausenden spielen. Wir können es kaum erwarten."

Feiertag oder Saufgelage?

Vom 13. bis zum 17. März fand in Dublin das St. Patrick’s Festival statt. Als Highlight erstrahlte beim alljährlichen "Himmelsfest" ein großes Feuerwerk vor der Skyline der Stadt. Das Festival lockt jedes Jahr tausende Touristen in die Hauptstadt. Die Zypriotin Kristina Varvara war im letzten Jahr dabei. "Ich konnte kaum glauben, wie viel an diesem Tag getrunken wurde. Schon früh fingen sie damit an", meint sie schmunzelnd. Viele Iren missbilligen den Feiertag aber genau aus diesem Grund. "Ich werde an den Festivitäten nicht teilnehmen", meint der Ire Conor Ryan. "Wenn du in Dublin gegen sieben Uhr abends unterwegs bist, ist es einfach nur schrecklich. Leute fallen um und erbrechen sich auf der Straße. Klar werde ich mit einigen Freunden in ein oder zwei Bars hier in der Nähe etwas trinken gehen, aber in die Nähe des Stadtzentrums setze ich keinen Fuß."

Irlands neueste Bewohner - die europäischen Arbeiter aus den neuen Mitgliedsländern " freuen sich auf das Ereignis. "Mein Sohn hat alles über St.Patrick in der Schule gelernt. Ich kann die Parade kaum erwarten", sagt Darius Savickas aus Litauen. "Wir werden ganz bestimmt feiern. In den letzten drei Jahren war ich beim Feuerwerk dabei." Andere dagegen freuen sich auf das lange Wochenende. "Ich werde zu Hause bleiben, mich ein wenig ausruhen und die Parade im Fernsehen anschauen", erklärt Agata Varga aus Ungarn lächelnd. "Es ist doch immer noch ein Feiertag!"