Gesellschaft

Smogalarm: Wo in Europa atmet es sich am besten?

Artikel veröffentlicht am 19. Januar 2017
Artikel veröffentlicht am 19. Januar 2017

Seit Wochen liegt die Luftverschmutzung in Polen auf einem Rekordhoch - und die Zahlen steigen. Aber auch der Rest des Kontinents wird von schlechter Luft geplagt. Wo fällt das Atmen am schwersten? Tief durchatmen und dann zu unseren Infografiken runterscrollen.

Seit einigen Wochen wird Polen (mit einigen kurzen Pausen) von einer dicken Smogschicht bedeckt. Die Luftverschmutzung in manchen Städten überschreitet die vorgegebenen Grenzwerte sogar um einige hundert Prozent. In vielen Gemeinden ist daher der Stadtverkehr kostenlos. Vor allem Kinder und alte Menschen werden davor gewarnt, das Haus zu verlassen. Es wird auch davon abgeraten, Sport zu treiben oder schweren körperlichen Tätigkeiten nachzugehen. Aber diese Mittel reichen nicht aus - Aktivisten fordern eine Veränderung des Systems: Der Automobilverkehr soll drastisch eingeschränkt, alte Heizungsformen durch neue ausgewechselt werden. Vor allem aber sollen auf die - teilweise stark verbreitete - Praxis der Verbrennung von Müll und sonstigen schädlichen Substanzen in häuslichen Kaminöfen stärkere Strafen anfallen.

Das Problem ist nicht neu: Seit Jahren spricht man in Polen schon über den Smog, aber erst seit der letzten Krise diesen Winter hat es das Thema in die Schlagzeilen aller Zeitungen geschafft. Der jüngste Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass 33 der 50 dreckigsten Städten Europas in Polen liegen. Aber mit dreckiger Luft hat der ganze Kontinent zu kämpfen - jährlich sterben an den Folgen von Luftverschmutzung etwa 467000 Menschen

Was uns tötet?

Am tödlichsten ist der Schwebestaub. Das sind Staubpartikel mit einen Durchmesser, der um das zigfache kleiner ist als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Man unterscheidet zwei Arten von Feinstaubpartikeln: PM 10 und PM 2,5 (mit einem Durchmesser von 10 bzw. 2,5 Mikrometern). Daher präsentieren wir euch zwei Karten, die aufzeigen, in welchen europäischen Städten wir es im Jahresdurchschnitt mit welchen Ansammlungen von Feinstaubpartikeln zu tun haben. 

PM 10

Quelle: Eurostat

Es sind die Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer, die am häufigsten dazu verwendet werden, die Luftverschmutzung zu analysieren. Diese Staubpartikel führen zu einer Vielzahl verschiedener Lungenkrankheiten und zu Erkrankungen der Blutgefäße, verschlimmern Asthmaerkrankungen und sind krebserregend. Sie gefährden vor allem Kinder und alte Menschen. Daher gibt es kein Level der Verschmutzung durch diese Partikel, das nicht gesundheitsgefährdend wäre. Die WHO hat dennoch einen durchschnittlichen jährlichen Grenzwert bestimmt, der die jährliche Belastung nicht überschreiten darf. Er beträgt 20 µg/m3 (Mikrogram pro Kubikmeter). Die Länder, die auf der Karte grün markiert sind, überschreiten diese Werte nicht. Rot gekennzeichnet sind alle die Länder, die diesen Wert überschreiten. Die saubersten Länder liegen folglich in Skandinavien. Am dreckisten hingegen ist die Luft in Bulgarien, gefolgt von Polen. Aber auch Rumänien und Italien gehören zu den Schmutzfinken.

PM 2.5

Quelle: Eurostat

Staubpartikel, deren Durchmesser kleiner ist als 2,5 Mikrometer, gefährden die Gesundheit in selbem Maße wie die PM 10 Partikel, sind aber noch gefährlicher. Sie sind so klein, dass sie problemlos in die Lunge und in die Blutbahnen gelangen. Aus dem Grund ist der von der WHO festgelegte Grenzwert dementsprechend niedriger: Er beträgt 10 µg pro Kubikmeter. Fast ganz Europa überschreitet diese Werte. Auch hier ist die Situation in Bulgarien und Polen am schlimmsten, dicht gefolgt von Zentraleuropa und Italien. Nicht ganz so schlecht ist die Situation in Irland, Portugal und - wie immer - Skandinavien.