Gesellschaft

Schengenerweiterung: Slowenien und Italien reichen sich die Hand

Artikel veröffentlicht am 9. Januar 2008
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 9. Januar 2008
Mit dem Beitritt Sloweniens zum Schengenraum am 21. Dezember 2007 haben die 280 Kilometer Grenze zu Italien an Bedeutung verloren: Denn damit fällt auch das Symbol des Eisernen Vorhangs, der während des Kalten Krieges Europa in Ost und West teilte.

Eintauchen in Bilder von den Feierlichkeiten in Gorizia, in der Region Friaul-Julisch Venetien, das - ähnlich wie Berlin 1989/90 - seine "Wiedervereinigung" erlebt hat: Die Grenze zwischen dem italienischen Gorizia (dt. Görz) und dem slowenischen Nova Gorica ('Neu-Görz') ist aufgehoben. Nova Gorica war 1947 aus einigen Stadtvierteln entstanden, die dem kommunistischen Jugoslawien zugesprochen wurden.

Donnerstag, 20. Dezember, um 20 Uhr am Grenzübergang San Gabriele, zwischen Gorizia (Italien) und Nova Gorica (Slowenien). Ungeachtet der Kälte haben sich hier seit dem Nachmittag zahlreiche italienische und slowenische Bürger versammelt, um diesen historischen Moment mit Musik, guter Laune und Umarmungen zu feiern.

Donnerstag, 20. Dezember, Grenzübergang San Gabriele, 20 Uhr. Italiener und Slowenen halten vor der letzten Grenzkontrolle ihre Personalausweise in die Kameras der lokalen und nationalen Fernsehsender.

Donnerstag, 20. Dezember, Grenzübergang San Gabriele, etwa 20:30 Uhr. Eine Buslinie zwischen Gorizia und Nova Gorica verbindet nun die beiden Städte.

Donnerstag, 20. Dezember, Grenzübergang San Gabriele, 21 Uhr. Eine Frau signiert den rot-weiß-blau-gestreiften Grenzbalken - noch aus der Zeit des kommunistischen Jugoslawien. Auch wenn die Kontrollen bis 24 Uhr andauern, wurde der Balken bereits vor Mitternacht entfernt.

Donnerstag, 21. Dezember, internationaler Grenzübergang an der Casa Rossa, zwischen Gorizia und Nova Gorica, 24 Uhr. Ein bewegender Moment: Vor einigen hundert italienischen und slowenischen Zuschauern öffnen die Bürgermeister von Gorizia und Nova Gorica - Ettore Romoli und Mirko Brulc - ein für allemal den Grenzbalken, der sechzig Jahre lang die Teilung in Ost und West bedeutet hatte.