Gesellschaft

My city, my river: Die Magie des fließenden Wassers

Artikel veröffentlicht am 6. August 2010
Artikel veröffentlicht am 6. August 2010
Flüsse haben etwas Magisches an sich: Ruhig und manchmal tosend können sie sein. Still dahinfließend und gefährlich über die Ufer tretend. Das Element Wasser steht von jeher für Bewegung, Dynamik. Und doch vermitteln Flüsse den Eindruck von Beständigkeit. Sie haben das Leben vieler Orte geprägt und bereichern diese um ständig neue Facetten.
Von Paris bis Budapest beschreiben verschiedene Blogger aus den Lokalredaktionen von cafebabel.com, welche Gefühle sie mit „ihrem“ Fluss verbinden.

Spree, Berlin (von Elena Pinto)

„Das erste Mal, als ich die Spree zu Gesicht bekam, war sie gefroren. Da ich aus einer doch ziemlich warmen Region komme, war das ein exotischer Anblick. Keine andere europäische Stadt bietet dieses Bild, deshalb ist die Spree ein Luxus für jeden. Aber wie immer hält Romantik nicht ewig an. Elendsviertel, öffentliche Freizeitanlagen und kulturelle Einrichtungen bringen kein Geld in die Kassen und in Zeiten der Finanzkrise sind Flächen wertvoller als je zuvor. Das vor kurzem bewilligte Media-Spree-Projekt wird bereits im Namen des Kapitalismus realisiert und zum Vorteil der Aufwertung bestimmter Viertel (Gentrifizierung). Kritik und Proteste dauern an. Wir Berliner möchten nicht, dass unser Fluss verkauft wird. Allerdings wäre es sehr naiv zu glauben, dass Politiker und Geschäftsmänner ihre Meinung ändern. Also: Genießen wir unseren Fluss noch, so lange wir können!“

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Spree, Berlin (von Stefano Lippiello)

"Wir Berliner wollen nicht, dass unser Fluss verkauft wird"„Am Ufer stehen viele Leute, die vom ersten Morgenlicht ertappt wurden. Sie sind am Ufer der Bar 25 und sie haben die ganze Nacht dort verbracht. Eines der vielen Wahrzeichen Berlins ist das Maybachufer, wo nicht nur das Wasser, sondern auch die Leute sich mischen. Hier findet jeden Dienstag und Freitag der sogenannte türkische Markt statt, weil es natürlich nur türkische Händler gibt. Die Marktstände folgen genau dem Kanal, der Kreuzkölln von Kreuzberg trennt. Hier färbt sich der Fluss mit den Farben, Klängen und Gerüchen, die aus der Ferne kommen - Länder der Gewürze, des Weihrauch, der Passionsfrüchte und Olivenbäume. Innerhalb der Stadt folgen nicht nur die Leute dem Strom des Flusses. Sie steigen in die S-Bahn ein, die sie in weniger als einem halben Stündchen dahin bringt, wo sich die Spree weitet und zum großen Wannsee wird. Während das letzte Licht der untergehenden Sonne ins Wasser rund um die Fähre verglimmt, schalten sich die Lichter der Stadt ein.“

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Donau, Wien (von Daniel Spichtinger)

„Die Österreicher hatten schon immer ein besonderes Verhältnis zur Donau. Manche erinnern sich nostalgisch an die Zeiten als die österreichisch- ungarische Monarchie viele der Donaustaaten beherrschte, was ihr den Beinahmen „Donaumonarchie“ und den Donauwalzer als inoffizielle Hymne einbrachte. Später wandelte sich die Donau zum Grenzfluß und die Länder auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs verwendeten den Strom zum gleichen Zweck wie ihre Wachtürme und Stacheldrahtzäune. Jetzt, mehr als zwanzig Jahre nach 1989, hat die Donau ihre strategische Position in der Mitte Europas wieder eingenommen. Für lange Zeit waren die wichtigen Bezirke Wiens die im Zentrum während die Gebiete auf der anderen Seite der Donau, das sogenannte „Transdanubien“ weitgehend ignoriert wurde. Dies änderte sich mit der Errichtung einer künstlichen Insel zum Hochwasserschutz, die im Jahr 1988 fertiggestellt wurde. Die sogenannte „Donauinsel“, zuerst von einigen mit dem typisch wienerischen Misstrauen betrachtet, erwies sich nicht nur als effektive Hochwasserbarriere sondern auch als wirklich populäres Hochwassergebiet mit Raum zum Radfahren, Schwimmen und sogar zum Nacktbaden. In der Umgebung der Insel ist in den letzten dreißig Jahren ein neuer Stadtteil aus modernen Gebäuden und Hochhäusern entstanden der prompt den Spitznamen „Little Manhattan“ bekam.“

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Donau, Wien (von Tania)

Ein Musikfestival, das die Besucher nichts kostet und von den Sozialdemokraten organisiert wird„Mich, die ich als Pariserin nach Wien kam - mehr für einen Österreichers als für die Stadt – hat die Donau gerettet. Denn hier konnte ich etwas tun, was in Paris unmöglich war: Im Herzen der Stadt schwimmen gehen. Wien verbindet außerdem die beiden Orte meiner Kindheit, Paris und Südfrankreich. Ich bin im Zentrum einer Hauptstadt, aktiv, lärmend, und gleichzeitig kann ich mir einen Badeanzug überstreifen, die U-Bahn nehmen und schwimmen gehen. In Wien gibt es lange Donauufer, die sich kilometerweit erstrecken. Es gibt FKK-Bereiche, wo ich nackt bade, wenn ich meinen Badeanzug vergessen habe. Versteckt hinter den Büschen. Die Zuschauer beobachtend. Aber gleichzeitig mit der beruhigenden Gewissheit, dass meine Nacktheit legal ist. Die Donau habe ich erst sehr spät entdeckt. Ich lebte im Stadtzentrum (…). Danach habe ich jemanden getroffen, der nah am Fluss wohnte. Mein Schwerpunkt hat sich verlagert. Wien ist eine andere Stadt geworden.“

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Donau, Budapest (von Györgyi Darida und Eva Csorba)

„Margitsziget („Margareten Insel“), im Herzen der ungarischen Hauptstadt, ist ein beliebter Budapester Ort. Es ist üblich, seinen Tag mit einer kleinen Schwimmeinlage im Hajós Alfréd Schwimmbad zu beginnen, oder einfach eine Runde auf der modernen Laufbahn um Sziget herum zu drehen. Man kann auf den Bänken des Batthyány-Platzes sitzen, mit Blick auf die Donau. Und was gibt es besseres, als ungarische Pfannkuchen aus dem Nagyi Palacsintázója Restaurant zu bestellen, welches sich hinter dem Platz befindet? Im südlichen Teil von Bukarest steht das ungarische A38Schiffskunst-Restaurant – ein kultureller Treffpunkt, der an die Petőfi-Brücke „angedockt“ ist und im April 2003 eröffnet hat. Hier kann man sich Theaterstücke anschauen, Ausstellungen und Performances besuchen und an einem der Wein-Dinner teilnehmen, mit traditionellen ungarischen Gerichten und einem wunderschönen Blick auf die Donau.“

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Seine, Paris (von Jean Anot)

Vom 20. Juli bis 20. August am Seineufer„Paris ist von der Seine geboren worden, sie ist in gewisser Weise die "Lebensader der Stadt". 1977, als er Bürgermeister von Paris war, wollte Jacques Chirac dafür sorgen, die Seine sauberer zu machen – so sauber, dass man in ihr sogar baden könne! Unglücklicherweise ist das auch heute noch unmöglich und kostet diejenigen, die es versuchen, sogar 12 € Strafe. Das Wasser ist immer noch stark verschmutzt ... (…). Für mich als Pariser gehört die Seine zum Alltag. Ich überquere sie, um zur Arbeit zu gehen, an Sommerabenden flaniere ich an ihren Ufern entlang. Gewisse Flecken sind besonders günstig, um dort ein Glas Wein mit Freunden zu trinken (Pont des Arts) oder mit seinem Lebensabschnittsgefährten spazieren zu gehen (Les deux îles). Und verpasst diesen Sommer nicht Paris Plages: Vom 20. Juli bis 20. August findet ihr hier Sandstrände sowie Wassersport- und Freizeitanlagen, wo sportliche und kulturelle Aktivitäten organisiert werden. Der Eintritt ist frei und der Erfolg der Aktion nimmt mit den Jahren nicht ab.“

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Fotos : Logo ©Krstnn Hrmnsn/flickr; Spree ©JAVL/flickr; Donaufest ©Claus Rebler/flickr; Paris Plage ©Fabrice Paulmier/flickr